8. Dezember 2014

Anna Mocikat - MUC

★★★☆
Randinformation:
Autorin: Anna Mocikat
Seiten: 368
Erschienen: 01.12.2014
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 9783426515402 
Buchtrailer
Zum Buch

*Rezensionsexemplar*

"Je länger ihre Reise dauerte, desto mehr wurde ihr bewusst, 
dass der Mensch eigentlich nur noch ein Fremdkörper auf der Welt war." - s.100

 © Knaur

 Inhalt                                                                                                

"Wenn unsere Welt untergeht
München, 2120: Hundert Jahre nach dem großen Sterben, dem beinahe die gesamte Menschheit zum Opfer fiel, ist von dem Wohlstand der Stadt wenig übrig. Zerstörte Häuser, Müll und Dreck in den Straßen und Skelette in der U-Bahn, so präsentiert sich MUC, wie die Stadt mittlerweile heißt, der Kletterkünstlerin Pia. Pia ist auf der Suche - nach ihrem Bruder, der vor Jahren verschollen ist, und nach Antworten. Denn das große Sterben haben nur Rothaarige überlebt, ihre Haare jedoch sind pechschwarz. Aber MUC ist kein Ort des Wissens und der Freiheit mehr, sondern eine gnadenlose Diktatur. Pia muss sich entscheiden, ob sie auf der Seite der Unterdrücker oder der Unterdrückten stehen will."

Wir begleiten die Protagonistin Pia auf ihrer Reise, die sie zu einem neuen Leben und zu Antworten führen soll. Sie verlässt ihr Dorf und begibt sich auf die Suche nach ihrem Bruder, der schon vor vielen Jahren abgehauen ist. Sie erhofft sich vor allem ein besseres Leben als ihr jetziges, wo sie zwangsverheiratet werden soll. In dieser Gesellschaft wird sie aufgrund ihrer schwarzen Haare als Missgeburt bezeichnet und möchte dort leben, wo sie wie jeder andere Mensch auch behandelt wird. Die Welt wie wir sie jetzt kennen, gibt es in "MUC" nicht mehr. Sie hat sich zurück entwickelt und unser Wissen geht nach und nach verloren.

 Meine Meinung                                                                                                                                

Was würde passieren, wenn unser technischer Fortschritt auf ein mal nicht mehr vorhanden wäre? Für unsere Menschheit sind alle Dinge, die wir nutzen, selbstverständlich und niemand überlegt, wie man bestimmte Situationen ohne sie meistern sollte. Doch Anna Mocikat beschreibt realistisch wie so ein Leben wäre. Während dem Lesen habe ich wirklich darüber nach gedacht, dass sich die Welt genauso entwickeln könnte - und dass es der Verdienst der Menschheit wäre. Hier holt sich die Natur nämlich ihren Lebensraum zurück, aber das wir unseren Lebensstil überdenken sollten ist mittlerweile nichts neues mehr.
Frau Mocikat behandelt auf jeden fall eine sehr interessante Thematik in diesem Buch. "MUC" punktet auch viel mehr mit dem Thema und der "Kulisse" als mit der Handlung an sich. Diese ist nämlich eher ruhig mit wenig Dramatik und Spannung - Das hätte gerne ein bisschen mehr sein können. Die Bilder der Umgebung, die die Autorin im Kopf schafft, sind dafür aber super. Zu Beginn erkundet man mit Pia in jedem Kapitel eine andere Gegebenheit der Welt. Und das Cover passt zur Atmosphäre, die einem geboten wird, wie die Faust aufs Auge: Der graue Schleier, der die Stadt darstellt und das bisschen Grün der Natur, die sich ihr Land zurück erobert. (Ich weiß nicht, ob es so gewollt ist - ich interpretiere es zumindest so :D)
Der Schreibstil von Mocikat ist zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich eingelesen hat, dann ist er wirklich gut! Sie hat die perfekte Mischung aus kurzen Haupt- und Schachtelsätzen. Das war sehr angenehm beim Lesen.
Am Stadtnamen habe ich mich zuerst etwas gestört. Ich konnte ihn nicht so ganz ernst nehmen, man gewöhnt sich allerdings schnell daran und nach der Erklärung, die eigentlich super simpel ist, konnte ich mich damit noch mehr arrangieren.
Die Geschichte entwickelt sich anders als ich es erwartet habe und der Inhalt vom Klappentext spiegelt sich auch erst im letzten Teil des Buches wieder, was etwas schade ist. Am Ende folgt dafür dann noch mal eine richtige Emotionsexplosion. Als hätte Anna Mocikat mit Absicht alles für den Schluss aufgehoben. Da war wirklich die ganze Palette an Gefühlen im Spiel. Das hat mir zwar gut gefallen, ich hätte mir dennoch gewünscht, dass es sich auf das komplette Buch verteilt. 

 Fazit                                                                                                                                                           

Alles in Allem konnte mich dieser Debütroman von Anna Mocikat wirklich überzeugen und ich bin gespannt und neugierig auf mehr. Der Schreibstil hebt sich von anderen ab und die Denkweise der Autorin gefällt mir!
Eventuell dürfen wir sogar auf weitere Teile hoffen? Das Buch ist vorerst beendet und kann für sich alleine stehen, könnte aber noch Fortsetzungen mit sich bringen.  "MUC" bekommt von mir 3,5 von 5 Sternen, da es ihr erstes Buch ist und ich, wie auch bei Sebastian Fitzek, Luft nach oben lassen möchte. Ich kann das Buch weiter empfehlen, man sollte sich allerdings auf die Thematik einlassen können und sich auf ein ruhiges Buch einstellen. 


Vielen Dank an den Droemer/Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

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