2. März 2015

Brigitte Blobel - Meine schöne Schwester

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© Arena
★★
Randinformationen
Autorin: Brigitte Blobel
Seiten: 224 (kartoniert)
Verlag: Arena Life
Preis: 5,99€
Erschienen: Mai 2007
ISBN: 978-3-401-02735-7
Link zum Buch 

  Inhalt  
"'Dabei wurde sie ja immer leichter, jeden Tag wurde sie ein bisschen leichter. Eines Tages werde ich mich fühlen wie ein Blatt, dachte Dana, ein kleiner Windstoß kommt und hebt mich hoch, immer höher.. Schön muss das sein'

Dana trägt unter ihren weiten Klamotten immer noch ihren Babyspeck mit sich herum. Ihre Schwester Beate hingegen hat eine tolle Figur, die Jungs stehen bei ihr Schlange auch in der Familie dreht sich alles nur um sie. Dana sehnt sich nach Anerkennung und tröstet sich mit Essen - bis sie beschließt abzunehmen. Die Abmagerungskur entwickelt sich schließlich zum Zwang: Dana wird Magersüchtig."

Es ist nicht leicht im Schatten seiner eigenen Schwester zu stehen und das Gefühl zu haben, dass sich niemand für einen interessiert - scheinbar unsichtbar zu sein. Dana ist genau in dieser Situation. Selbst ihre Eltern bevorzugen Beate in jeder Hinsicht. So kommt es auch, dass niemand mitbekommt, in welche Gefahr Dana sich mit ihrem Magerwahn begibt. So nebensächlich scheint sie zu sein. 

  Meine Meinung  
In dieser Geschichte steckt mehr, als nur das Krankheitsbild der Anorexia Nervosa. Sie ist in diesem Fall nicht das Hauptproblem, sondern eher eine Folge der Vernachlässigung. Dana bekommt keinerlei Aufmerksamkeit ihrer Familie. Sie lebt neben ihnen her und nur, wenn sie Beate nicht so behandelt, wie gewünscht, sind auf einmal alle Augen auf sie gerichtet. 
Wer fühlt sich in so einer Umgebung schon wohl? Ich finde es wirklich erschreckend, wie die Eltern sich benehmen und ich bin mir sicher, dass das keine Erfindung der Autorin ist. Da draußen sind mit Sicherheit einige Menschen, die ihren Kindern so wenig Beachtung schenken und sich dann aber wundern, warum sie erkranken oder auf anderem Wege versuchen die Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu erlangen. Beim Lesen bekam ich richtige Aggressionen gegenüber den Personen und ihrem Verhalten. Das kann ich teilweise wirklich absolut nicht nachvollziehen. Da kann ich verstehen, dass Dana sich nicht wohlfühlt und genervt ist. Was ich dagegen aber nicht verstehen kann ist, dass sie nicht mal ihren Mund aufmacht und ihre Meinung sagt - Gelegenheiten dazu hätte sie gehabt. Sie ist sehr in sich zurückgekehrt und verschlossen, aber wenn man Probleme nicht anspricht, lösen sie sich auch nicht. Irgendwann entwickelt sich bei Dana eine sehr gleichgültige Einstellung zu ihrer Familie.
Insgesamt herrscht eine sehr gedrückte Stimmung in dem Buch und man möchte sofort reinspringen und die Eltern wach rütteln, denn diese erkennen die Krankheit ihrer Tochter leider viel zu spät. Aber nicht nur die Eltern verhalten sich komisch. Generell sind die Personen im Buch ziemlich kalt. Sie zeigen kaum Mitgefühl für Dana oder sonstige Emotionen. Da hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. 
Das Buch ist sehr schnelllebig und so kam mir auch der Umschwung zur Magersucht viel zu schnell. Von einen auf den anderen Tag verweigert Dana das Essen. Aber das soll nur ein kleiner Kritikpunkt sein, denn wie gesagt ich finde, dass es weniger um die Magersucht als um die Handlung der Eltern geht. 
Der Schreibstil und die Sprache sind zwar einfach gehalten, aber sehr angenehm und schnell zu lesen. Natürlich ist es auch dieses Buch kein Erfahrungsbericht, sondern eine fiktive Geschichte, bietet aber einige Einblicke in das Innenleben einer Magersüchtigen. 
Zu diesem Buch sollten nur diejenigen greifen, die sich wirklich für diese Thematik interessieren. Erwartet aber kein Meisterwerk oder eine tiefgründige Literatur, denn das werdet ihr hier nicht finden. Es wird auch nur die Oberfläche angekratzt, Dennoch ist "Meine schöne Schwester" lesenswert. 







weitere Bücher der Autorin:
http://bilder.buecher.de/produkte/22/22842/22842770z.jpghttp://www.blobel-lesen.de/buecher/02732.jpg
1. Drama Princess
2. Rote Linien
3. Alessas Schuld

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