16. März 2015

Harro Albrecht - Schmerz

9783629130389
© Pattloch
★★★
Randinformationen
Autor: Harro Albrecht
Seiten: 608
Verlag: Pattloch
Preis: 24,99€ (Hardcover); 21,99€ (eBook)
Erschienen: 02. März 2015
ISBN: 978-3-629-13038-9
Link zum Buch
*Rezensionsexemplar*

"Menschen, die in diesem Buch die konkrete Lösung für ihr ganz spezielles Schmerzproblem erwarten, werden enttäuscht sein. Dies ist kein Ratgeber. Aber es ist ein Buch, aus dem sich durch ein besseres Verständnis der Prozesse im eigenen Körper ein Rat ergeben kann." - S.39



  Inhalt  
"Den Schmerz verstehen. Schmerz ist die Grenzfläche, an der Psyche und Körper aufeinandertreffen. Er ist Wundschmerz und Trennungsschmerz, ist körperliche und seelische Verletzung. Er ist die Grundlage vieler Religionen und Motor der Kultur. Ohne Schmerz keine Kunst, keine Sprache und kein Denken. Doch bis heute ist der Schmerz ein ungelöstes Rätsel, immer noch leiden die Menschen millionenfach unter Schmerzen. Harro Albrecht erzählt vom langen Kampf gegen diese menschliche Ur-Erfahrung, von Fortschritten, Fehlschlägen und ungelösten Fragen. Sein Resümee: Es ist an der Zeit, dass wir den Schmerz aus der Umklammerung der Medizin befreien."


  Meine Meinung  
Wie das Zitat schon ganz deutlich klarstellt, handelt es sich hierbei nicht, um einen Ratgeber, der die perfekte Lösung gegen Schmerzen bietet. Es ist die Geschichte des Schmerzes. Wie man früher damit umgegangen ist, welche Erkenntnisse die Medizin und die Wissenschaft gewinnen konnten und vor allem aber, wie sich der Umgang der Menschen gegenüber dem Schmerz gewandelt hat. 
Schon auf den ersten Seiten des Buches, lässt sich erahnen, wie viel Recherche und Nachforschungen darin stecken. Harro Albrecht ist weit in die Vergangenheit zurück gereist, um den "Ursprung" des Schmerzes zu finden. 
Das Thema finde ich unfassbar spannend, und dass selbst in der heutigen Zeit, wo die Medizin so weit fortgeschritten ist, noch immer so viele offene Fragen dazu in der Luft schweben, war mir vorher nie so wirklich bewusst. Aber warum auch? Man beschäftigt sich ja äußerst selten so intensiv mit dem Thema Schmerz, wenn man nicht selber ständig davon betroffen ist.
Es handelt sich hierbei um keine fiktive Geschichte, sondern um ein Sachbuch, das wissenschaftlich versucht dem Leser ein besseres Verständnis gegenüber dem Schmerz zu vermitteln. Daher sollte man wirklich nur zu "Schmerz" greifen, wenn man sich entweder sehr dafür interessiert oder selber in irgendeiner Art damit zu tun hat. Ich hatte nicht das Gefühl, dass man Vorwissen benötigt, weil es doch sehr "einfach" erklärt und beschrieben wurde und in meinen Augen auch wenige Fachbegriffe vorhanden waren. Und die, die genannt wurden, wurden auch erklärt. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es leichter fällt, wenn man Vorwissen besitzt. 
Denn es war wirklich anstrengend und fordernd. Man bekommt so unfassbar viel Input, der zwar größtenteils sehr interessant ist, sich aber total in die Länge zieht. Ich musste ständig kleine Pausen beim Lesen machen, da ich mich sonst nicht wirklich konzentrieren konnte. Und so hat es auch seine Zeit gedauert, bis ich mit dem Buch durch war. Die Kapitel sind zudem endlos lang und es war kaum möglich "gute" Pausen zu machen, ohne dann den Faden zu verlieren.
Harro Albrecht: Den Schmerz verstehen
Es ist definitiv keine Nebenbei-lektüre und man muss sich voll darauf einlassen können. Wer kaum Interesse an der Thematik hat, wird das Buch mit Sicherheit abbrechen und sich nicht durch die 600 Seiten quälen. 
Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch vielleicht ein bisschen kürzer ist. Die vielen Informationen konnte man sich leider überhaupt nicht merken, weil auf jeder neuen Seite wieder tausende neue Infos dazu kamen. Da hätte man auf die einzelnen Fakten eventuell etwas genauer eingehen können und dem Leser dafür insgesamt weniger Input bieten. Manche Dinge waren in meinen Augen nämlich nicht zwingend notwendig.
Ich muss sagen, dass mir auch ein wenig Struktur gefehlt hat. Ich konnte keinen roten Faden erkennen und zwischenzeitlich war es sehr chaotisch. Da wusste ich beim Lesen manchmal nicht mehr so richtig, wo ich dran bin und worum es gerade geht. 

  Fazit  
Trotzdem das Buch eine Herausforderung darstellt, kann ich es jedem empfehlen, der sich für das Thema interessiert - sei es privat oder beruflich - denn es ist wirklich aufschlussreich. Es kommt natürlich auch darauf an welchen Bezug der Leser zum Schmerz hat. Unter Umständen wirft man danach einen völlig anderen Blick auf den Schmerz und sieht ihn in einem anderen Licht. Aber ohne Interesse kann ich euch garantieren, werdet ihr das Buch irgendwann zur Seite legen und nie wieder anrühren. Darüber müsst ihr euch vorher im Klaren sein. 









Vielen Dank an dieser Stelle an




1 Kommentar:

  1. Habe das Buch nicht gelesen, aber hätte genau so etwas in der Art erwartet. Also ein Sachbuch, das nicht ganz so einfach zu lesen ist.

    Ich habe übrigens zuletzt auch zwei Sachbücher gelesen und besprochen: "Geht alles gar nicht - Warum wir Kinder, Liebe und Karriere nicht vereinbaren können" und "The Big Bang Theory und die Philosophie".

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