23. März 2015

Karolin Kolbe - 17 Briefe

© Planet Girl
★★
Randinformation
Autorin: Karolin Kolbe 
Seiten: 192
Verlag: Planet Girl
Preis: 9,99€
Erschienen: 12. Februar 2015
ISBN: 978-3-522-50452-2
Link zum Buch 
*Rezensionsexemplar*


  Inhalt  
"Jetzt hat sich Line entschieden – morgen ist der Tag, an dem sie verschwinden wird! Raus aus ihrem alten Leben, weg von den Problemen mit ihrem Vater! Noch einen letzten Brief verfasst sie und versteckt ihn am Flussufer. Dass dieser Brief gefunden wird, daran hätte Line niemals geglaubt. Doch der Finder schreibt ihr zurück, berührt von ihren Worten. Es entwickelt sich eine zarte Brieffreundschaft – und nie hätte Line gedacht, wer sich hinter diesen gefühlvollen Zeilen verbirgt."

"Ein Junge hat mir gezeigt, dass ich selbst etwas ändern kann, dass ich mein Leben selbst meistern muss, um ein gutes daraus zu machen." - S.168

Und genau darum geht es in "17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte". Vor seinen Problemen davon laufen wird sie nicht lösen und es wird so auch nicht besser werden. Nur wer sich damit befasst und sich dem entgegen stellt kann etwas bewirken. Und vor allem kann nur derjenige glücklich werden, der zu sich selber steht und sich selber lieben kann.
Ich habe bei einem Buch, das ab 12 Jahren ist und nur 192 Seiten hat, nicht erwartet, dass es so eine tiefgründige und schöne Botschaft hat. Das hat mich sehr positiv überrascht.


  Meine Meinung  
Erst einmal möchte ich etwas zur Gestaltung sagen. Das Buch sieht so wunderschön aus! Zwar sehr weiblich, aber so dezent auffallend - wenn ihr versteht was ich damit meine :D Deswegen bin ich auch erst darauf gestoßen. Viel Erwartungen hatte ich nach dem Klappentext nicht. Es hörte sich zwar interessant an, aber weil es eben ein Jugendbuch ist, hatte ich die Befürchtung, dass ich eventuell zu alt dafür bin. Aus Neugierde wollte ich es aber dennoch lesen.
Der Schreibstil ist zwar einfach gehalten, aber überhaupt nicht kindlich. Jugendlich ja - aber auch noch für 22 Jährige und älter optimal zu lesen! Es lässt sich sehr schnell und flüssig lesen. Und auch wenn es nicht wirklich spannend ist, möchte man dennoch immer weiter lesen und erfahren, was im nächsten Brief steht und was dieser wieder bei Line oder Anton auslöst. Denn die Briefe beeinflussen beide erheblich.
Der Leser betrachtet die Geschichte aus der Sicht von Line, der Protagonistin, aber auch von Anton, dem unbekannten Brieffreund (keine Panik, damit spoiler ich euch nicht. Der Leser weiß relativ schnell, um wen es sich handelt). Zudem hat man Einblicke in die Briefe, die sich die beiden schreiben, was die Geschichte auflockert. Die Briefe sind sehr poetisch und erwachsen, aber überhaupt nicht kitschig geschrieben - sie bieten eine kleine Abwechslung zum Rest. Line besitzt eine Reclam Sammlung und zitiert aus diesen Klassikern in ihren Briefen. Das hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich keinen einzigen Klassiker davon gelesen habe und die meisten auch gar nicht kenne. Das war mal etwas Neues, was ich so noch in keinem Buch gelesen habe. Diese Zitate sind auch das Poetische am Buch. Es ist altmodisch, allerdings genau passend. 

  Fazit  
Ich bin wirklich froh, dass ich "17 Briefe" von Karolin Kolbe lesen durfte. Das Buch war eine gelungene frische Abwechslung zu allem was ich bisher so gelesen habe. Es ist altersübergreifend, denn ich bin der Meinung, dass jeder - egal wie alt - daraus etwas lernen kann. Und wer daraus vielleicht doch nichts lernt, der wird trotzdem mit einer niedlichen Geschichte gut unterhalten. 
Die Gestaltung ist zwar ziemlich weiblich, dennoch ist die Geschichte für beide Geschlechter geeignet, da man sowohl die Gefühle von Line, als auch von Anton erfährt und weil jeder von uns die Probleme, mit denen sich die beiden rum schlagen müssen, haben könnte. 
Der Preis von 9,99€ ist für ein Taschenbuch üblich und trotz der wenigen Seiten (192) würde ich sagen, dass sich der Preis lohnt. 
Das Buch bekommt von mir abschließend 4,5 Sterne, weil es mich so positiv überrascht hat und einen zum Nachdenken bringt. Sehr lesenswert!






Vielen lieben Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag!

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