11. Mai 2015

Lilly Lindner - Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin
© FISCHER Verlag

Randinformationen:
Autor: Lilly Lindner
Seiten: 400 Seiten
Verlag: Fischer Verlage
Erschienen: 19. April 2015

Preis: 9,99€
ISBN: 978-3-7335-0093-1
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  Inhalt    
"Und wenn dann ein neuer Frühling kommt, mit einem neuen April, dann werde ich deinen Namen flüstern. An jedem Tag."

April, die große Schwester von Phoebe, muss in die Klinik, da sie an Magersucht erkrankt ist und alleine nicht mehr daraus kommt. Phoebe ist es nicht erlaubt sie zu besuchen und um ihren Kummer und die Sorgen irgendwie zu verarbeiten, schreibt sie ihrer geliebten Schwester April Briefe, in denen sie ihre tiefsten Gedanken und Gefühle preisgibt.


  Meine Meinung  
Die Geschichte wird in Form von Briefen erzählt, die Phoebe April schreibt. Erst im zweiten Teil des Buches bekommt der Leser Aprils Briefe zu lesen. Phoebe ist neun Jahre alt und dementsprechend ist der Schreibstil auch kindlich gehalten. Und da kommt auch schon mein größter Kritikpunkt an dem Buch. Das Mädchen ist neun, schreibt kindisch, ist kindisch und gibt dann so unfassbar erwachsende Weisheiten von sich, dass es im Endeffekt nur noch unglaubwürdig ist. Es sind wirklich tiefgründige Worte, die Phoebe von sich gibt, aber ich wage zu bezweifeln, dass ein so junges Mädchen - ein Kind - schon so viel Ahnung vom Leben hat. So kommt es leider nur so rüber als hätte Lilly Lindner Weisheiten gegoogelt und alles was sie finden konnte in den Mund dieses Mädchens gelegt. Da reihen sich einfach zu viele Floskeln an einander, dass ich es nicht ernst nehmen kann. Unter anderen Umständen, hätte mir das super gut gefallen, denn die Worte, die sie verwendet sind wirklich schön. Es passt nur leider nicht zu einem Kind. Nichtsdestotrotz ist der Schreibstil wirklich poetisch und schön. 
Ich möchte gar nicht behaupten, dass es da draußen in der Welt nicht ein einziges Kind gibt, das schon so erwachsen denkt. Das gibt es bestimmt, aber hier kommt es unrealistisch rüber.
Es geht zwar um Magersucht in dem Buch, allerdings werden auch viele andere Thematiken angesprochen und die Magersucht ist eher eine Folge daraus. Die Themen sollte man auch ansprechen und nicht todschweigen, aber es war mir alles viel zu dramatisiert und konstruiert. Mit Sicherheit gibt es Familien in denen so etwas geschieht, und das ist schlimm genug, aber hier wirkt es einfach unrealistisch und übertrieben. Es wird so schlimm dargestellt, obwohl es in meinen Augen nicht so schlimm ist. Das liegt vor allem daran, dass es eine sehr einseitige Erzählung ist. Wir lesen zwar sowohl die Sicht von Phoebe auf die Dinge, als auch die von April, aber es sind beides Kinder. Auf die Eltern wird ein schlechtes Licht geworfen. Ich möchte das nicht befürworten, wie sie manchmal gehandelt haben oder die Eltern in Schutz nehmen, sie haben ihre Fehler gemacht, aber in der Darstellung der Kinder wurde sehr übertrieben. Die Autorin konnte die Problematik hinter dem Thema einfach nicht gut vermitteln, sodass man es ernst nehmen kann.

"Aber wenn man vor dem Denken das Gleiche weiß, wie nach dem Denken, dann ist man entweder nicht sehr klug, oder man hat unvollständig gedacht, oder in die falsche Richtung." S.55

Die beiden sind nervend, besserwisserisch und anstrengend. Stellt euch die schlimmste Quasselstrippe in eurem Umfeld vor und legt dann nochmal eine Schippe drauf, dann wisst ihr wie vor allem Phoebe ist und genau so lesen sich auch ihre Briefe. Das war kaum auszuhalten an einigen Stellen. Und wie sie ständig versucht schlauer als ihre Eltern zu sein, als hätte sie mit ihren neun Jahren das Leben verstanden. Ich konnte keinerlei Sympathie mit Phoebe aufbauen.
Lilly Lindner hat versucht aus der Protagonisten ein wortgewandtes, schlaues Mädchen zu basteln. In meinen Augen ist das allerdings völlig in die Hose gegangen.
Die Sichtweise von April am Ende macht das Ganze auch nicht besser. Sie ist zwar älter und erwachsener, aber sieht die Dinge mit denselben Augen, wie ihre Schwester. Phoebe ist quasi nur ein Abklatsch von April. 
Wenn es nach mir ginge, hätte ich Aprils Briefe nicht benötigt. Sie haben das Buch weder schlimmer, noch besser gemacht. Man hätte also vorher gut einen Schlussstrich ziehen können. Und so traurig die Umstände und die Thematik auch sein mögen, die Autorin konnte mich mit diesem Buch überhaupt nicht berühren. Dennoch mag ich ihren Schreibstil und werde mir mal andere Bücher von ihr anschauen. 

Welche Bücher habt ihr von ihr gelesen und könnt ihr empfehlen?



1 Kommentar:

  1. Hallo liebe Lisa! :)

    Ich habe das Buch auch gelesen und auf meinem Blog rezensiert. Ich hoffe, es macht dir nichts aus, dass ich deine Rezension hier in meiner unter der Überschrift “Weitere Blogger-Rezensionen zum Buch” verlinkt habe. Falls doch, melde dich einfach kurz bei mir, dann lösche ich dich wieder raus, ja? ;)
    http://janine2610.blogspot.co.at/2015/06/rezension-was-fehlt-wenn-ich.html

    Alles Liebe ♥,
    Janine

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