6. Juli 2015

Brynjulf Jung Tjonn - Mein Herz hämmert, dass es weh tut

Mein Herz hämmert, dass es wehtut
© Dressler
★★
Randinformation  
Autor: Brynjulf Jung Tjonn  
Seiten: 128  
Verlag: Dressler Verlag 
Erschienen: 20. Januar 2015
Preis: 12,99€ ISBN: 978-3-7915-1999-9
Link zum Buch 

  Inhalt  
"Alles, was ich wissen musste, lernte ich von Simon. Und nun war das Leben selbst schon zu viel für ihn. 
Henrik muss miterleben, wie sein geliebter Onkel Simon schwer krank wird. Gleichzeitig verliebt sich Henrik in die lebensfrohe Kjersti. dann geht es Simon immer schlechter und Henrik ist hin- und hergerissen zwischen Liebe, Glück und Schuldgefühlen. Denn trotz aller Traurigkeiten muss er ständig an Kjersti denken. Aber wie kann das Leben fantastisch und zur gleichen Zeit schmerzhaft sein? Wenn das Herz so unglaublich schwer ist und dennoch hüpft vor Glück?"





  Meine Meinung  
Ist es erlaubt, sich glücklich zu fühlen, wenn man eigentlich auch traurig sein sollte? Kann man beide Gefühle zeitgleich erleben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Darf man dennoch sein Leben genießen?  Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich der Autor in dieser Geschichte. Denn Henrik ist schwer verliebt in Kjersti und fühlt gleichzeitig tiefe Trauer, weil sein Onkel, bester Freund und Vaterersatz Simon schwer krank ist und den beiden nicht mehr viel Zeit zusammen bleibt. 
Es könnte eine sehr emotionale Geschichte sein, wäre das Buch nicht so verdammt kurz.  In 128 Seiten ist es in meinen Augen kaum möglich so tief in die Geschichte einzutauchen, dass einen die Emotionen überwältigen. Der Kern ist da, aber es fehlen die Ausschmückungen. Der Verlauf ging mir persönlich viel zu schnell und konnte mich nicht berühren. So traurig die Umstände auch wirklich sind, aber die Wortwahl hat mich nicht ergriffen. Es steckt viel Potenzial in dieser Idee, aber leider ist die Umsetzung nicht gut gelungen. Ich hätte mir gerne mehr Details und tiefere Einblicke gewünscht. Vor allem in die Charaktere, denn die waren für mich bloß leere Hüllen. Bevor man sich in sie hineinversetzen konnte, war die Geschichte auch schon vorbei. Mir fehlte der innere Konflikt von Henrik, der im Klappentext angedeutet wird, im Buch dann allerdings etwas zu kurz kam. 

"Mein Herz hämmerte. 
Es hämmerte so sehr, dass es wehtat.
Es hämmerte so sehr, dass ich das Gefühl hatte, es wollte die Rippen, das Fleisch und die Haut durchschlagen. 
Raus aus der Brust." - S. 68

Der Schreibstil ist überwiegend leider ziemlich abgehackt und stockend, sodass von Lesefluss leider kaum die Rede sein kann. Was mir allerdings gut gefallen hat, ist die Gestaltung der Seiten. Zwar steht auf ihnen immer wenig Text (die 128 Seiten sind also nicht mal voll ausgefüllt), aber die Anordnung erinnert an ein Gedicht. Und wenn auch der Stil nicht poetisch ist, so ist es doch wenigstens die Aufmachung. Auch die Covergestaltung ist wunderbar gelungen. Es ist dezent, aber springt einem dennoch sofort ins Auge und verschönert jedes Bücherregal. 


  Fazit  
Die Geschichte war viel zu kurz, sodass ich leider keine Emotionen empfinden konnte. Was ich ziemlich schade finde, weil mir die Idee wirklich gut gefällt und es durchaus Potenzial hätte, eine unfassbar berührende Geschichte zu sein. Wer kein Problem damit hat, sich in kurze Geschichten zu vertiefen, wird sicher Gefallen an dem Buch "Mein Herz hämmert, dass es wehtut" finden. Diejenigen, die genauso wie ich etwas mehr Tiefgang und Ausschmückungen benötigen, werden emotional wohl nicht so berührt werden. 
Nichtsdestotrotz kann man das Buch gut zwischendurch lesen, weil die wenigen Seiten sich schnell lesen lassen.

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