29. Juli 2015

Michaela Grünig - Ohne Ziel ist der Weg auch egal


© Knaur/ feelings
★★★★
Randinformation
Autor: Michaela Grünig
Seiten: 313 
Verlag: Droemer Knaur /Feelings
Erschienen: 29. Juli 2015 (eBook); 01. Oktober 2015 (Taschenbuch)
Preis: 6,99€ (eBook); 9,99€ (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-426-42684-5
Link zum Buch 



*Rezensionsexemplar*
   
  Inhalt  
"Lenja liebt Ben. Das ist ein Naturgesetz. Dummerweise hat Ben sie gerade verlassen und plant, sich »Ärzte ohne Grenzen« anzuschließen. Aber Lenja weiß, wie sie ihn aufhalten kann: Sie schlüpft in die Rolle der 76-jährigen Karla und zieht in das Seniorenstift ein, in dem Ben arbeitet. Selbstverständlich hat sie sich auf ihre Rolle bestens vorbereitet – nur nicht auf die charmante Schlitzohrigkeit ihrer neuen Mitbewohner. Die stehen ihr bald mit Rat und Tat zur Seite, denn auf die Waffen einer jungen Frau muss Lenja alias Karla ja leider verzichten."

Lenja beschließt kurzer Hand alles stehen und liegen zu lassen, um Ben zurück zu gewinnen. Verkleidet als Karla (76) zieht sie auf das schöne Anwesen und versucht mit allen Mitteln die Liebe von Ben zurück zu gewinnen. Allerdings werden ihr sämtliche Steine in den Weg gelegt, sodass ihr Vorhaben schwieriger als gedacht wird. Zusätzlich treibt sich in dem Seniorenstift scheinbar eine gefährliche Person herum, die keinen Halt vor jungen Frauen macht. Setzt Lenja ihr Leben aufs Spiel, um wieder mit Benn zusammen zu sein? Wird Ben erkennen, was er an ihr hat? 


  Meine Meinung  
Michaela Grünig entführt den Leser in eine äußerst seltsame Geschichte. Eine Frau, die sich als ältere Dame verkleidet, um das Herz ihres Geliebten wieder zu gewinnen? Klingt kurios - ist es auch. Allerdings ist diese Idee erfrischend anders und sehr witzig. Sofort schließt man Lenja ins Herz und fiebert mit ihr mit. Zu Beginn denkt man vielleicht, dass der Ausgang der Geschichte sehr vorhersehbar ist. Doch es erwarten einen viele Überraschungen mit denen man so nicht gerechnet hat und plötzlich scheint alles offen zu sein. 
Neben dem vielen Humor und der Verrücktheit spielt die Autorin mit einem sehr interessanten Faktor und zwar der Spannung. Es sind einige Krimi/ Thriller Elemente enthalten, was dem ganzen viel Schwung beifügt. Ich musste viele lachen, konnte das Buch aber vor lauter Aufregung und Spannung manchmal kaum zur Seite legen. Diese Kombination hat mehr sehr gut gefallen und nimmt dem Ganzen das kitschige Etwas, das eine Liebesgeschichte meistens hat.

">Frau Meyer?<, fragte mich das Channing-Tatum-Double." - S. 49

Michaela Grünig verbindet die beiden Genre gleichermaßen, ohne eines davon zu vernachlässigen, und bildet damit ein passendes Zusammenspiel. 
Genauso ist auch die Geschichte in zwei Perspektiven aufgeteilt. Zum einen erlebt man zusammen mit Lenja die Ereignisse im Seniorenheim, aus der Ich-Perspektive. Zum anderen behält der Leser aber auch den Überblick über die Geschehnisse außerhalb der vermeintlich sicheren vier Wände. Diesen Blick gewähren Lenjas beste Freunde Tim und Beate.
Die ganze Geschichte ist sehr überspitzt und Lenja handelt ununterbrochen ziemlich naiv. Ich wollte sie des Öfteren durchschütteln, damit sie wieder klar im Kopf wird. Allerdings macht genau diese Naivität Lenja so sympathisch. Grünig hat ein Talent dafür sehr liebenswerte Charaktere zu schaffen, die man sofort ins Herz schließt und einfach mögen muss!  
Die Autorin bedient sich an vielen bekannten Klischees eines Liebesromans, aber setzt diese genau an die richtige Stelle und nimmt ihnen den Wind aus den Segeln, sodass sie doch anders auf den Leser wirken. Es sind viele schöne Weisheiten bzw. Erkenntnisse über das Leben vorhanden, die an einigen Stellen sogar zum Nachdenken anregen. 

"Oje, jetzt wurde es aber geradezu poesiealbummäßig kitschig!" - S. 125

Die Spannungskurve erreicht zum Ende hin ihren Höhepunkt, doch für meinen Geschmack kam das Ende und die Auflösung des Falls ein bisschen zu schnell. Das hätte man ruhig noch ein kleines bisschen mehr ausführen können. Auch den Titel finde ich nicht so passend zur Geschichte. Ich kann da leider nicht so ganz den Bezug sehen, aber vielleicht habe ich das auch einfach nicht begriffen. Das würde ich als subjektives Problemchen sehen. Das kann jeder von euch anders sehen und so wichtig ist der Titel hier auch nicht.
 
  Fazit  
"Ohne Ziel ist der Weg auch egal" ist ein witziger und durch seine Krimi-Elemente spannender Roman. Die typischen Klischees werden in ein anderes Licht gerückt und vermeiden somit unnötigen Kitsch. Bis zur letzten Seite kann sich der Leser nicht sicher sein, wie es ausgeht und wird ständig unerwartet überrascht. Die beiden unterschiedlichen Perspektiven bringen frischen Wind und Abwechslung in die Geschichte. 
Sehr empfehlenswert für jeden, der eben nicht auf die typischen Liebesgeschichten steht, und zudem ein Krimi/ Thriller Fan ist. 



Vielen lieben Dank!

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