3. August 2015

Elisabeth Steinkellner - Rabensommer

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© Beltz & Gelberg
★★★★
Randinformation
Autor: Elisabeth Steinkellner
Seiten: 202 
Verlag: Beltz & Gelberg
Erscheint am: 24. August 2015
Preis: 12,95€ (Taschenbuch); 11,99€ (eBook)
ISBN:
978-3-407-81200-1 
Link zum Buch 

*Rezensionsexemplar*

  Inhalt  
"Seit Jahren sind sie beste Freunde, fast alles haben sie zusammen gemacht - wie Raben. Jetzt, nach dem Abitur, muss jeder für sich entscheiden, wie es weitergeht. Die Ich-Erzählerin Juli entschließt sich zu studieren, doch noch bevor es losgeht, verändert sich alles, Schlag auf Schlag: Niels, mit dem sie seit einem Jahr zusammen ist, macht mit ihr Schluss. August lüftet sein Geheimnis. Und Ronja geht nach London. Juli ist auf sich allein gestellt und muss ihr Leben, das ihr wie ein Haufen lauter kleine Schnipsel vorkommt, neu sortieren. Damit sie wieder tanzen kann. Tanzen, leben, lieben."

Den letzten gemeinsamen Sommer noch einmal in vollen Zügen genießen und nicht darüber nachdenken, wie es in Zukunft weiter geht. Das wünschen sich Juli, Ronja, August und Niels. Doch schnell merken die vier, dass es so einfach nicht ist. Die Zeit läuft davon und jeder ist mit seinen eigenen Problemen und seinem weiteren Lebensweg beschäftigt. Da ist es schwierig diesen einen Sommer noch zu genießen. Unerwartete Veränderungen strömen auf die Freunde ein und sie müssen lernen, damit umzugehen.


  Meine Meinung  
"Rabensommer" behandelt eine Thematik, die wohl jeder von uns kennen dürfte. Dieser Moment, wenn sich dein Leben von jetzt auf gleich um 180° dreht und sich so viel Verändert. So viel Neues, das auf einen wartet, aber auch viel Vertrautes, das nun vielleicht keinen Platz  mehr im Leben hat. 
Es ist nicht leicht, mit dieser Situation umzugehen und nicht zu verzweifeln. Und genau an diesem Punkt befindet sich unsere Protagonistin Juli. Die Stimmung im Buch ist sehr bedrückt und versetzt den Leser genau in diese Situation. Man kann mitfühlen und versteht so gut, wie Juli sich fühlt. Ihre Gedanken werden nicht offensichtlich niedergeschrieben, aber sie werden angedeutet, sodass man die unausgesprochen Worte dennoch hört bzw. liest. Wenn ihr versteht, was ich damit meine.

"Die letzten paar Wochen zu viert, bevor sich die Lebenslinie verästelt und zu vier unabhängigen Wegen wird." - S. 30

Generell bietet das Buch viel Spielraum. Eigentlich ist klar, was passiert, aber das meiste spielt sich zwischen den Zeilen ab. So weiß man als Leser zwar, was passiert, aber wie es passiert bleibt offen. Es bleibt ein leichter Schleier der Ungewissheit, der viel Platz für die eigene Fantasie und Vorstellungskraft hinterlässt. 
"Rabensommer" lebt von kurzen aussagekräftigen Sätzen, die Stoff um Nachdenken bieten. Die Botschaften sind sehr tiefsinnig und genau auf den Punkt gebracht. Der Schreibstil ist sehr poetisch - für meinen Geschmack etwas zu kurz und stellenweise abgehackt. Manchmal erinnerte es mich ein bisschen an poetry slam. Es passt definitiv zum Buch, aber ich bin doch eher ein Fan von ausführlicheren Geschichten. Die Charaktere sind sehr interessant und wurden gut ausgearbeitet. Zwar kurz und knackig, aber völlig ausreichend. Elisabeth Steinkellner versteht sich darauf mit wenigen Worten das Wichtigste herauszufiltern. 

"Und ich halte die Karte in der Hand und denke: Ich war gar nie richtig sauer. Nur überrumpelt vom Leben, irgendwie." - S. 187  
Leider konnten mich die Emotionen nicht wie gewünscht erreichen. Es war sehr interessant und schön geschrieben, aber es hat mich einfach nicht berührt.
Trotz der Kürze, oder vielleicht gerade deswegen, war das Buch kaum aus der Hand zu legen. Es hat mich mit unsichtbaren Händen festgehalten und plötzlich wurde ich mit dem Ende konfrontiert. 

  Fazit  
"Rabensommer" ist eine tiefsinnige, poetische Geschichte, die viel Freiraum in der Interpretation lässt. Wir begleiten vier sehr spannende Charaktere auf ihrer Reise zum Erwachsenwerden. Ich konnte mich zwar gut in Juli hineinversetzen und verstehen, wie es ihr geht, aber emotional berührt hat es mich leider nicht. Auch wenn ich persönlich lieber ausführlichere Erläuterungen mag, passt die Kürze hier gut. Das meiste spielt sich zwischen den Zeilen ab und regt definitiv zum Nachdenken an.




Vielen lieben Dank!

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