21. August 2015

Filmreview - Unknown User

http://www.cinemaxx.de/art/film/157140_poster_gross.jpgRandinformationen 
Produktionsland: Vereinigte Staaten
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Unfriended
Erschienen: 16. Juli 2015
Altersfreigabe: FSK 12
Länge: 83 Minuten
Regie: Levan Gabriadze 
(https://de.wikipedia.org/wiki/Unknown_User)

  Inhalt   
"Sechs Highschool-Freunde skypen miteinander, sehen sich also ausschließlich über ihre Bildschirme. Genau ein Jahr zuvor beging ihre Mitschülerin Laura Barns Selbstmord. Wenige Tage vor ihrem Suizid hatte jemand ein Video im Internet gepostet, das Laura in peinlicher Situation nach einer Party zeigte. Hämische Kommentare im Netz hatten nicht lange auf sich warten lassen. Jetzt, im Chat der sechs Freunde, klinkt sich ein Nutzer namens billie227 ein, den niemand aus der Clique kennt. Er will wissen, wer damals das demütigende Video von Laura ins Internet gestellt hat – andernfalls gibt es Tote. Zunächst halten die Freunde das Ganze für einen schlechten Scherz, doch dann fängt der Unbekannte an, seine Drohungen in die Tat umzusetzen." (http://www.filmstarts.de/kritiken/230452.html)


  Meine Meinung  
Erst einmal frage ich mich, wieso man nicht einfach den Originaltitel übernommen hat. Ist es nötig den Titel völlig abzuändern, um ihn dann aber doch auf Englisch zu präsentieren? Versteht ihr was ich meine? Völlig unnötig, aber gut, das hat ja nichts mit dem Film zu tun. 
Das aller erste, was mich wirklich sehr zweifeln ließ, war die FKS Freigabe. Ein Horrorfilm ab 12, kann das gut sein?  Und da kommt mein erster Kritikpunkt. Ich bin nicht der Meinung, dass dieser Film für so junge Menschen geeignet ist. Natürlich wird es Ausnahmen geben, die überhaupt kein Problem damit haben. Aber der Film erreicht manchmal schon seine blutigen Höhepunkte. Ich hätte mit 12 nicht unbedingt gerne eine Szene gesehen, in der sich ein Mann seine Hand in den Mixer steckt. So viel dazu. Wer auch immer für diese Altersfreigabe zuständig ist, sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob der Job der richtige für ihn ist. 
Es gibt hier zur Abwechslung mal eine Geschichte und nicht nur pures Gemetzel. Ob die Geschichte tiefgründig ist, sei mal dahin gestellt, aber alles was im Film geschieht hat einen Sinn und ist schlüssig. Dass es sich dabei natürlich um Fiktion handelt, sollte jedem klar sein. Wobei ich sagen muss, dass die Thematik einen sehr ernsten Hintergrund hat, denn im Endeffekt geht es um nichts anderes als um Cybermobbing. Und unsere reale Welt ist kein Stück besser als die Fiktion in diesem Film. 

Sehr gut gefallen hat mir die Machart des Films. Wir sehen die ganze Zeit nur den Bildschirm von der Protagonistin. Es gibt keine einzige Kameraführung. Der Film wird quasi über den Skypebildschirm aufgenommen. Am Anfang muss man sich daran gewöhnen, dass die Kulisse immer gleich bleibt und es kaum Bewegung gibt, aber das grenzt den Film von anderen ab. Darauf muss man sich allerdings einlassen können. Zwischenzeitlich gab es kleine Abschnitte, die langweilig waren, weil die Person nur mit der Maus rumklickt. Das hält sich aber in Grenzen. Die Charaktere können nicht abhauen, vor dem was passiert und ich finde, das stellt der Stil des Films sehr gut dar. 
Man lernt die Charaktere von ihrer schlimmsten Seite kennen und erfährt jedes noch so kleine dreckige Geheimnis. Dementsprechend fällt es schwer eine Bindung herzustellen oder Sympathien auf zu bauen. Dennoch ist es einem nicht egal, was mit ihnen passiert und geschockt war ich persönlich sehr. 
Schreckmomente gibt es ein paar kleinere, aber da habe ich schon deutlich schlimmere Filme gesehen. Die Spannung ist zwar da, liegt aber nicht so erdrückend auf den Schultern, wie das in anderen Filmen der Fall ist. 

  Fazit  
Es gibt zwar deutlich bessere Filme im Genre Horror, allerdings unterscheidet sich "Unknown User" in seiner Machart und wird nicht umsonst auch Skype-Movie genannt. Es ist erfrischend anders und durchaus ins Mittelfeld einzuordnen. Das angesprochene Thema ist auf die Realität anwendbar, auch wenn es überspitzt dargestellt wird, und sollte einen ein bisschen zum Nachdenken bringen. Es steckt also auch eine Geschichte dahinter, was im Horrorgenre definitiv nicht selbstverständlich ist. 
Ich würde den Film allen Horrorfans empfehlen, weil er wirklich nicht schlecht ist. Um ein Highlight handelt es sich allerdings bei Weitem nicht. 


Kommentare:

  1. Huhu Lisa!
    Also ich weiss ja nicht... Selbst als 20 jährige, muss ich mir Hände in Mixern nicht antun. Aber ich bin bei sowas auch unheimlich empfindlich :D Reizen tut mich der Film ja schon, ob ich ihn je gucken werde, weiss ich nicht, ist nicht wirklich mein Lieblingsgenre. Ich finde es aber gut, das es einen etwas brutaleren Film gibt über das Thema Selbstmord nach Mobbing, nicht nur diese seichten Sachen die letztendlich eh nicht im Gedächtnis bleiben.
    Alles Liebe
    Henny

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    1. Hallo Henny,
      ich mag solche brutalen Szenen eigentlich auch nicht so gerne, aber das lässt sich bei Horrorfilmen manchmal leider nicht vermeiden :( Aber solange es sich in Grenzen hält geht das schon. Es sind in diesem Film auch nur wenige Szenen, die so ekelhaft sind, aber dennoch finde ich nicht, dass es ab 12 geeignet ist.
      Liebe Grüße ♥

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  2. Hey :)
    Ich habe auch überlegt, ob ich mir den Film anschauen soll. Aber mich hat die FSK-Kennzeichnung abgeschreckt. Ein Film ab 12?!
    Vielleicht werde ich mir ihn ja demnächst doch noch anschauen ;)
    Den Namen hätten sie übrigens wirklich übernehmen können, aber was will man machen? ;)

    Liebe Grüße

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