21. September 2015

Christoph Kühnhanss - BeWerben ist Werben

BeWerben ist Werben 2013
© Ullstein/ Econ
Randinformation
Autor: Christoph Kühnhanss
 

Seiten: 352 
Verlag: Econ (Ullstein Buchverlage)
Erschienen: 27. September 2013
Preis: 14,99€ (Taschenbuch)
ISBN: 9783430201612 Zum Buch


  Inhalt  
"Der etwas andere Bewerbungsratgeber.
Bewerben ist Werben ist für Stellensuchende eine Offenbarung: Hier werden keine 08/15-Tipps wiedergekäut, die niemandem eine Pole-Position verschaffen. Sich erfolgreich Bewerben hat nämlich nichts, aber auch gar nichts mit der richtigen Schriftgröße im Lebenslauf, der besten Krawattenbindetechnik oder der aufrechtesten Wirbelsäulen-Haltung im Vorstellungsgespräch zu tun. Deshalb gibt es in diesem Buch auch keinen »erhobenen Zeigefinger«, sondern jede Menge überraschender Tipps, wie man als Bewerber individuell und professionell die Werbetrommel für sich rührt."

Ich habe das Buch im Zuge meiner Praxisarbeit gelesen, sonst hätte ich wahrscheinlich auch nie dazu gegriffen. Beim Lesen sind mir dann so einige Dinge aufgefallen, die ich einfach loswerden möchte, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, eine Rezension darüber zu schreiben. Auch wenn das wohl - verständlicherweise - eher nicht die bevorzugte Unterhaltungslektüre von euch ist, hoffe ich, dass es den einen oder anderen vielleicht doch interessiert.



  Meine Meinung  
Worum es geht, dürfte eigentlich ziemlich klar sein. Es ist ein Bewerbungsratgeber, der dem Leser helfen soll, seine Bewerbung auf Vordermann zu bringen. Es ist in verschiedene Abschnitte geteilt. Neben den grundsätzlichen Dingen was eine Bewerbung ist und wie sie erfolgsversprechend wird, findet der Leser hier auch Tipps für Vorstellungsgespräche und ein kleines Coaching für den Bewerber. Das klingt erst einmal alles super und die Kapitel sind auch mit Sicherheit teilweise hilfreich, aber der Autor - aus dem Bereich des Personalwesen, weshalb er schon Erfahrung und Wissen mitbringt - ist so frech und arrogant. Tut mir leid, dass ich das so sagen muss, aber das Buch ist so aufgebaut als führe man ein Gespräch mit ihm und dabei wirkt er so unsympathisch. 
Die Tipps und Erfahrungen, die Kühnhanss dem Leser gibt, sind so unfassbar subjektiv. Natürlich ist das Thema Bewerbung generell schwer objektiv zu betrachten. Je nachdem wer da oben in der Personalabteilung sitzt, kommt die Bewerbung halt gut an oder nicht. Aber ich finde, dass jemand ein solches Buch so neutral wie es eben möglich ist gestalten sollte. Hier kommt es leider so rüber, als würde man seine Bewerbung nur nach dem persönlichen Empfinden vom Autor gestalten. 
Auch extrem negativ aufgefallen sind mir die umgangssprachlichen Formulierungen und die Begriffe, die kein Hochdeutsch und somit nicht verständlich sind. Das darf in meinen Augen bei so einem wichtigen Thema nicht sein. Ich verstehe, was der Autor bezwecken wollte. Er versucht dem Thema die Ernsthaftigkeit zu nehmen, damit man es etwas lockerer angehen kann, aber dabei wirkt es ziemlich oft sehr lächerlich. Das finde ich wirklich schade. 
Und ganz besonders schlimm fand ich persönlich, dass das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) teilweise einfach übergangen wird. Das Gesetz wird zwar angesprochen, aber im Grunde soll der Bewerber es einfach ignorieren und zum Beispiel auf unzulässige Fragen antworten. Laut dem AGG muss ich das nicht und dann werde ich einen Teufel tun und solche Fragen beantworten. 

  Fazit  
Mir ist durchaus bewusst, dass ich nicht die Berufserfahrung mitbringe, die der Autor vorzuweisen hat. Aber durch mein Studium und einem Praktikum habe ich auch das ein oder andere Hintergrundwissen zu diesem Thema und gehe nicht ganz ohne Ahnung an diese Rezension heran. 
Das Bewerbungsverfahren ist und bleibt subjektiv, darüber brauchen wir uns nicht zu streiten, aber ein Ratgeber muss den Bewerber trotzdem auf alles vorbereiten und das geht in meinen Augen hier ein bisschen verloren. 
Nichtsdestotrotz sind in dem Buch wirklich wertvolle und hilfreiche Tipps. Allerdings sollte der Bewerber sich nicht nur auf diese Literatur stützen, sondern verschiedene Meinungen hinzuziehen. Nur dann kann er sich ein gutes Bild verschaffen und eine individuell passende Bewerbung erstellen.



Kommentare:

  1. Was studierst du?

    Ich rezensiere auf meinem Blog wahllos Sach- und Belletristik-Bücher - daher finde ich es gut, dass du auch solche besprichst! Der Bewebungsprozess wird ein bisschen überbewertet. Denn auch wenn die Bewerbung super ist - man muss ins Team passen. Und manche Unternehmen wollen eine "konservative" Bewerbung. Oft soll man in einem Unternehmen nicht das Rad neu erfinden, man soll eine Arbeitsaufgabe erfüllen, ein Rädchen im Getriebe ersetzen.

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    1. Medien- und Wirtschaftspsychologie :)
      Eben das meine ich ja. Der Bewerbungsprozess ist einfach subjektiv. Mit der einen Bewerbung kommst du in dem einen Unternehmen super an und in einem anderen gar nicht. Aber die Bewerbung ist nun mal das erste, was das Unternehmen sieht. Deshalb sollten einige Basics schon eingehalten werden.

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