9. September 2015

Filmreview - Selfless, der Fremde in dir

http://de.web.img3.acsta.net/r_640_600/b_1_d6d6d6/pictures/15/06/19/15/47/162757.jpgRandinformationen   
Produktionsland: Vereinigte Staaten 
Originalsprache: Englisch 
Originaltitel: Self/less
Erschienen: 20. August 2015
Altersfreigabe: FSK 12 
Länge: 117 Minuten 
Regie: Tarsem Singh


  Inhalt  
"Damian Hale [...] war es sein ganzes Leben lang gewohnt, immer das zu bekommen, was er wollte. Er stellte seine Macht ganz in den Dienst seines Firmenimperiums und opferte dafür sogar den Kontakt zu seiner Tochter Claire. Als Hale die Diagnose bekommt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist und bald sterben wird, verfällt er nach kurzer Trauer in sein übliches Verhaltensmuster: Er nutzt seine Privilegien, um sich Lebenszeit zu erkaufen. Albright, Strippenzieher einer elitären Geheimorganisation, macht Hale mit einem „Shedding“ genannten Verfahren vertraut, bei dem der Geist des Kranken in den gesunden Körper eines anderen Mannes verpflanzt wird. Die Operation gelingt. Schnell genießt Hale sein neues Leben als „Edward“, freundet sich mit Anton an, der ihm die Gastfreundschaft von New Orleans zeigt. Doch etwas stimmt nicht: Hale hat Albträume, die mit einem fremden Leben zu tun haben. Er geht den Ursachen dieser Träume auf den Grund. [...] " (http://www.filmstarts.de/kritiken/221081.html)

  Meine Meinung  
Was mich vor allem dazu bewogen hat, diesen Film zu schauen, war die Wahl der Schauspieler. Ryan Reynolds kennt man aus diversen Filmen und liefert immer eine solide Leistung ab - so auch hier. Aber besonders Ben Kingsley finde ich super. Er spielt leider viel zu wenig in dem Film mit, da er zunächst Damian Hale verkörpert, später aber das Verfahren Shedding an (mit ?) sich ausführen lässt. Es ist zunächst etwas verwirrend, dass Damian plötzlich im Körper der Rolle von Ryan Reynolds steckt, aber man gewöhnt sich relativ schnell daran. 
Am Anfang weiß man noch nicht großartig, was einen erwarten wird und man schaut gespannt zu. Es ist beginnt alles sehr nüchtern. Man wird über die Situation, die Umstände und die Rahmenbedinungen aufgeklärt. Insgesamt ähnelt der Film einem Puzzle, man versucht das große Ganze zusammen zu bauen und setzt des öfteren unpassende Teile an die falschen Stellen. Das ändert sich allerdings im Laufe des Filmes etwas, sodass man schon relativ früh erahnen kann, wie es enden wird. Das fand ich persönlich etwas schade, aber das ändert nichts daran, dass ich das Ende angebracht fand. 
Der Film lebt von vielen Actionszenen, die meistens sehr amüsant sind. Ich musste des öfteren Lachen, was wahrscheinlich nicht gewollt war. Das hat die Spannung leider etwas gemildert, aber dennoch fand ich diese Mischung, ob gewollt oder nicht, zwischen Action, Spannung und Humor passend.
Die Thematik ist sehr krank und erschreckend. Sollte "Shedding" jemals möglich sein im wahren Leben, dann wüsste ich nicht, wohin das mit der Menschheit führen sollte und es ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass es nicht so kommen wird. Abgesehen von der Technik, die natürlich erst erfunden werden müsste, aber der Gedanke scheint ja schon in den Menschen verankert zu sein, sonst würde es den Film nicht geben. 

Abschließend kann ich sagen, dass der Film definitiv sehenswert ist. Die Schauspielerische Leistung ist gut, wobei Ryan Reynolds immer so einen traurig, dummen Blick hat, aber den hat er glaube ich immer. Ich hätte mir gerne mehr von Ben Kingsley gewünscht, aber mir ist bewusst, dass es für den Film absolut nicht gepasst hätte. Dem Zuschauer wird Action geliefert, die mich persönlich zum Lachen gebracht hat, aber trotzdem sehr extrem und teilweise auch ekelhaft ist. Die Spannung wird etwas gemindert, durch nicht ganz so ernst zu nehmenden Action Szenen, aber man möchte dennoch wissen, wie es ausgeht und welche Entscheidungen getroffen werden. Das Ende ist ab einem gewissen Punkt leider ein bisschen vorhersehbar, wäre allerdings auch irgendwie unpassend gewesen, würde es nicht so enden. 

Vorsicht Spoiler: Besonders toll finde ich die Bedeutung des Titels, die auf mehrere Weise unfassbar passend ist. Zum einen selbstlos, weil Damian nicht mehr seinen eigenen Körper hat und die Erinnerungen von seinem neuen Körper übernimmt und zum anderen, weil er am Ende selbstlos handelt und sein Leben "aufgibt".

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen