12. Oktober 2015

S.A. Bodeen - Nichts als Überleben

© Gulliver

Randinformation
Autorin: S.A. Booden
Originaltitel: The Raft

Seiten: 221
Verlag: Gulliver
Erschienen: 17. August 2015
Preis: 11,99€ (eBook); 12,95€ (Taschenbuch)
ISBN:
978-3-407-74581-1
Zum Buch

*Rezensionsexemplar*

  Inhalt  
"Niemand weiß, dass sie in dem Absturzflugzeug war.
Niemand wird kommen, um sie zu suchen. 
»Und in dem Moment wurde mir klar, dass mir niemand sagen konnte, was schlimmer war. Weil es nicht schlimmer werden konnte. Ich war allein. In einem Rettungsfloß. Mitten auf dem Meer.«"

Robie besucht ihre Tante, doch als diese ungeplant zu einem Auftrag gerufen wird, entscheidet sich Robie nach Hause zu fahren, um ihre Eltern frühzeitig zu überraschen. Doch dann stürzt das Flugzeug ab. Sie gelangt auf ein Rettungsboot und fortan beginnt ihr Kampf ums pure Überleben.

  Meine Meinung  
Der Leser weiß zu Beginn eigentlich schon worum es in dem kompletten Buch gehen wird und denkt vielleicht, dass es ziemlich langweilig werden wird. Doch dem ist absolut nicht so. Der Einstieg verläuft flott und ohne, dass man sich versieht befindet sich der Leser auch schon mit Robie in dem Rettungsboot. Innerhalb kürzester Zeit verwandelt sich "Nichts als Überleben" plötzlich in einen absoluten Pageturner, weil trotz des gleichbleibenden Schauplatzes eine enorme Spannung aufgebaut wird. Es passiert auch nicht viel im Buch, denn Robie versucht "einfach" nur zu überleben. 
Mehr wird hier aber auch nicht benötigt. Das Buch spielt mit der Angst des Lesers und dieser Unruhe, die manch einer vielleicht verspürt, wenn er sich auf einem Schiff befindet. Die Tatsache, dass Robie sich mitten im Meer befindet, ist schon spannend und nervenaufreibend genug. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. 
Der Schreibstil ist leider etwas anstrengend. Ich musste einige Sätze mehrmals lesen. Woran das genau lag, ist schwer zu sagen. Die Sätze waren teilweise verschachtelt und deswegen vielleicht nicht so einfach. Insgesamt stört es den Lesefluss allerdings nur ein bisschen.
The Raft
© Macmillan
Viele Charaktere gibt es nicht. Eigentlich nur Robie und Max, wobei dieser nicht wirklich zählt. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und dementsprechend bekommen wir alle Monologe mit, die Robie mit sich führt. Sie selbst ist, wie der Schreibstil auch, sehr anstrengend. Man muss dazu sagen, dass niemand nachvollziehen kann, wie sich das anfühlen muss, wenn man in so einer aussichtslosen Situation gefangen ist, doch manchmal wollte ich Robie anschreien, dass sie sich zusammenreißen soll und endlich handeln muss. 
Insgesamt ist die Geschichte so realistisch wie möglich gestaltet. Es kam mir nicht an den Haaren herbeizogen vor. Es könnte durch aus so passieren. Würde ich einfach mal behaupten. 
Das was mir besonders gut gefallen hat war, dass man so vieles lernt. Ich glaube, ich habe noch nie ein so lehrreiches Buch gelesen. Zwischen den Zeilen wird immer mal wieder Wissen eingestreut. Das ist nichts weltbewegendes, aber teilweise wirklich interessant und es passt so wunderbar in das Gesamtkonzept vom Buch. 

Nur mal so nebenbei: Ich finde das deutsche Cover wirklich toll und passend, aber das englische ist Weltklasse. Ich bin eigentlich nicht der Fan davon, wenn reale Personen auf Buchcovern abgebildet sind, aber in diesem Fall könnte es nicht besser passen. Es übermittelt einfach schon die Atmosphäre aus dem Buch. 

  Fazit  
"Nichts als Überleben" ist ein eiskaltes, spannendes und auf eine gewisse Weise auch sehr brutales Buch, das dem Leser viel Spannung und Aufregung bietet. Die Geschichte ist eine Mischung aus "Open Water" und "Lost" und weiß, wie sie den Leser packen kann.
Zudem finden sich wirklich lehreiche Informationen darin, die zwischendurch eingebaut werden und auf den Punkt genau passen. 
Der Schreibstil und die Protagonistin Robie sind leider stellenweise etwas anstrengend, was den Lesefluss ein wenig stört. Befindet sich aber alles noch im grünen Rahmen. 
Alles in allem handelt es sich um ein tolles Buch, dessen Geschehnisse hoffentlich niemandem wirklich passieren. 



Vielen lieben Dank!
Beltz & Gelberg

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