23. Februar 2016

Filmreview - Unfriend

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Randinformationen     
Produktionsland: Deutschland
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Friend Request
Erschienen: 07. Januar 2016
Altersfreigabe: FSK 16  
Länge: 92 Minuten 
Regie: Simon Verhoeven
(https://de.wikipedia.org/wiki/Unfriend)


  Inhalt  
Die Studentin Laura zeigt keine Scheu davor alle Details aus ihrem Leben auf Facebook zu posten. Sie wird von allen gemocht und jeder möchte mit ihr befreundet sein. So wundert sie sich bei ihren 800 Facebook Freundschaften kaum über jede weitere Anfrage. 
Die Außenseiterin Marina sucht Kontakt zu Laura und möchte mit dieser befreundet sein. Laura denkt sich dabei nichts und versucht sogar zu ignorieren, dass eigentlich niemand mit Marina befreundet sein möchte. Doch mit Annahme der Freundschaftsanfrage von Marina ändert sich das Leben von Laura schlagartig. Sie wird gestalkt und scheint verflucht zu sein, denn um sie herum sterben plötzlich Menschen. Als es ihr zu viel wird, versucht sie ihr Facebook Profil zu löschen, was allerdings misslingt. (http://www.filmstarts.de/kritiken/216588.html)

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"Unfriend" sorgte bei mir zuerst für Verwirrung. Denn der Film "Unknown User" trägt eigentlich den Originaltitel "Unfriended". Da war ich sehr irritiert, weshalb in so kurzer Zeit zwei Filme mit ähnlichem Titel in die Kinos kommen. Und dann sah ich, dass "Unfriend" den eigentlichen Titel "Friend Request" hat. Da frage ich mich einmal mehr, weshalb man englische Filmtitel nicht einfach übernimmt, wenn dann in den deutschen Kinos sowieso ein englischer Titel vorkommt. Kann mir das vielleicht einer erklären? Ich wäre sehr dankbar dafür!

Nicht nur der Titel, sondern auch die Handlung ähnelt sich bei beiden Filmen. Meine Review zu Unknown User könnt ihr HIER noch einmal gerne lesen. Es gibt einige Parallelen, aber die Filmperspektiven unterscheiden sich wohl am meisten. Während Unknown User auch als "Skype-Movie" bezeichnet wird, weil die Oberfläche von Skype als Filmperspektive dient, handelt es sich bei Unfriend um die übliche Kameraführung, wie man sie als Zuschauer eben kennt. 
Ich bin der Meinung, dass der Zuschauer durch Trailer und Zusammenfassungen ein falsches Bild von diesem Horrorfilm erhält. Ich für meinen Teil dachte, dass es sich um Cybermobbing handelt und vielleicht sogar eine Message hat, doch davon keine Spur. Ich dachte, es wäre alles sehr realistisch dargestellt, aber stellt euch auf Übernatürliches ein. Vor allem solltet ihr Hexenmagie mögen. 
Es ist, wie des Öfteren bei Horrorfilmen, ein nicht sehr tiefgründiger Inhalt. Darüber lässt sich allerdings diesmal hinwegsehen, denn der Horror kommt definitiv nicht zu kurz. Obwohl der Zuschauer erahnen kann, wann ein Jumpscare folgt, ist es fast unmöglich, sich nicht zu erschrecken. Die Regisseure haben da eine starke Leistung erbracht. Die 92 Minuten sind von einer Daueranspannung begleitet und ich musste mir das ein oder andere Mal die Augen zu halten, weil ich es kaum ausgehalten habe. Blutig sind die Szenen weniger, dafür aber umso verstörender. Nicht umsonst wird der Film sowohl ins Genre Horror, als auch Thriller eingeordnet. Zur Abwechslung sind die Schauspieler auch wirklich authentisch und schaffen es, die richtige Stimmung hervorzurufen. Ich habe ihnen die Angst abgekauft.
 An Spannung und Schreck mangelt es "Unfriend" nicht. Leider finde ich das Ende sehr unbefriedigend. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber die Auflösung des Rätsels, der Höhepunkt und der Ausgang am Ende, sind mir bei einem Horrorfilm mit das Wichtigste und das ist hier leider enttäuschend. Das Ende passt nicht in das Gesamtkonzept und wirkt erzwungen, sowie an den Haaren herbeigezogen. Das ist schade, da der Film sonst wirklich gut war. 

 "Unfriend" ist ein Film, der einem das Fürchten lehrt. Schreckmomente gibt es ohne Ende und lassen sich zwar erahnen, was allerdings dazu führt, dass man sich umso mehr erschreckt aufgrund der Erwartungshaltung heraus. Im Gegensatz dazu lässt sich die Auflösung nicht erahnen und somit fiebert der Zuschauer bis zum Schluss mit. Leider missfällt mir persönlich das Ende, weil es einfach nicht passt. Vielleicht liegt das auch an meiner Fehleinstellung zum Film. Ich hatte etwas anderes erwartet.
Tiefgründigen realistischen Inhalt gibt es leider nicht, aber wer sich nur gruseln will, macht mit diesem Film auf jeden Fall nichts falsch.  



Kommentare:

  1. Danke für die Review und den Filmtipp! :) Muss ich mir trotz des anscheinend blöden Endes (mir geht es gleich wie dir. Ich will eine halbwegs logische, nachvollziehbare Erklärung bzw. Auflösung) merken.

    Alles Liebe, Doris

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    1. Vielleicht gefällt dir das Ende ja, das ist ja doch meistens eine subjektive Wahrnehmung! Wenn du ihn gesehen hast, dann lass mich doch bitte wissen, wie es dir gefallen hat :)

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  2. Der Film wurde ziemlich gehypt! Aber.... Horror kann ich nicht. Robert Hoffmann hat übrigens in seinem vor-letzten FAQ die Frage beantwortet, ob Kinder, wenn sie Horrorfilme etc. drehen, Angst haben. Die Antwort: Hinter den Kulissen sind solche Filme eher lustig als gruslig.

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    1. Ich konnte früher auch überhaupt keine Horrorfilme schauen und dann plötzlich ging es doch :D Aber das muss jeder für sich entscheiden. Da sind die Geschmäcker ja zum Glück unterschiedlich :)
      Solche Filme müssen wahrscheinlich auch lustig sein, sonst sind Kinder ja total traumatisiert, aber dass die Kinder dann trotzdem noch so ernst spielen können, ist faszinierend. Vielleicht finde ich im Internet ein Making-Of und kann man sehen wie das mit Kindern abläuft :D

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