24. März 2016

Filmreview - Memento

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/c/c7/Memento_poster.jpgRandinformationen 
Produktionsland: Vereinigte Staaten
Originalsprache: Englisch 
Originaltitel: Memento
Erschienen: 2000
Altersfreigabe: FSK 16 
Länge: 109 Minuten 
Regie: Christopher Nolan
(https://de.wikipedia.org/wiki/Memento_(Film))

  Inhalt  
"Ein traumatisches Erlebnis bewirkte, dass der ehemalige Versicherungsagent Leonard Shelby sein Kurzzeitgedächtnis verlor: Er musste mit ansehen, wie seine Frau Catherine vergewaltigt und anschließend ermordet wurde. An alles, was davor geschah, kann sich er erinnern. Alles was danach passiert, vergisst Leonard spätestens nach 15 Minuten wieder, dann sind seine Erinnerungen gelöscht. Um überhaupt seinen Alltag zu organisieren, nimmt er Polaroid-Fotos auf und macht sich Notizen. Doch sein Leben dient nur noch einem Zweck. Er will Rache für seine geschändete Frau [...]." (http://www.filmstarts.de/kritiken/35557-Memento.html)




 
Der Film Memento wird interessanter Weise von hinten aufgerollt. Es beginnt mit der Endszene und wird Szene für Szene rückwärts aufgebaut. Die einzelnen Fragmente setzen sich also erst nach und nach zusammen und der Handlungsstrang baut sich langsam aber sicher auf. Das Gesamtkonzept wird erst am Ende deutlich. Das sorgt dafür, dass der Film sehr anstrengend, sowie anspruchsvoll ist und der Zuschauer hoch konzentriert sein muss, damit er die Geschichte versteht. Das Gehirn muss umdenken, da de Regisseur nicht in gewohnten Mustern gearbeitet haben. Deshalb sollte der Film nicht nebenbei geschaut werden.
Der Protagonist leidet unter einem Verlust seines Kurzzeitgedächtnisses und verliert alle paar Minuten das Wissen, über gerade geschehene Dinge. Er ist dementsprechend sehr unbeholfen und weiß nicht, wem er trauen kann. Er ist seinem Umfeld ausgeliefert und muss versuchen einen Weg zu finden, sein Handicap zu umgehen. Der Zuschauer ist genauso unwissend und kann nur mithilfe der Informationen, die auch der Protagonist erhält, einen Sinn erahnen.  So weiß auch der Zuschauer nicht, was richtig und was falsch ist. Es ist sehr verstrickt und mit jedem neuen Fragment wirft man seine Vermutung über Bord, weil eine neue Erkenntnis dazu kommt.
Das Spannungslevel ist eher niedrig gehalten und bleibt die ganze Zeit auf dem gleichen Niveau. Die Spannung besteht nicht aus Schreckmomenten oder  der gleichen, sondern aus dem erraten des Gesamtkonzeptes. Der Film ist wie ein Rätsel aufgebaut und mit jeder neuen Szene erschließt sich der Sinn ein bisschen mehr.
Die Charaktere sind eher flach gehalten. Der Zuschauer erfährt ein bisschen über ihre Hintergründe, weiß allerdings auch in diesem Falle nicht, was wirklich der Wahrheit entspricht. Dem Regisseur ist es gelungen, die Zuschauer zu verwirren. Das Ende ist bereits zu Beginn bekannt, aufgrund des Filmaufbaus. Die Wege bis dahin, sind allerdings sehr unerwartet und kaum vorher zu erraten.
 
Bei Memento handelt es sich um einen interessanten Film, der eine ungewöhnliche Filmtechnik mit sich bringt. Der Zuschauer bleibt bis zum Schluss unwissend und muss sich stark konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren. Die Atmosphäre ist sehr gedrückt und das Spannungslevel bleibt stätig auf demselben Niveau. Die Charaktere sind für meinen Geschmack zu wenig ausgearbeitet worden, allerdings holen die Schauspieler das Beste heraus und geben eine gute Leistung ab. Diesen Film kann ich auf jeden Fall empfehlen, da er erfrischend anders ist und kein Film zum Berieseln, sondern zum Nachdenken ist.





Kommentare:

  1. Ich hab zufällig von diesem Film gelesen und werde ihn mir aufgrund der Konstruktion irgendwann mal ansehen! Vielleicht wäre es zuviel gewesen, wenn die Charaktere zu tief geworden wären - vielleicht hätte das den Zuschauer überfordert, wenn er mit Rätseln beschäftigt ist.

    Wie kam es, dass du den (ziemlich alten...) Film gesehen hast?

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    1. Das kann gut möglich sein, dass es dann vielleicht zu viel Input geworden wäre. Es ist auf jeden Fall eine interessante Machart eines Films!
      Das war sehr zufällig, dass ich auf diesen Film gestoßen bin. Ich wollte mit meinem Freund einen Film anschauen, den wir idealerweise beide noch nicht gesehen haben und haben Memento dann bei Netflix gefunden :D

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