16. Mai 2016

S.K. Tremayne - Eisige Schwestern

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© Knaur

Randinformation
Autor: S.K. Tremayne 

Seiten: 400 
Verlag: Knaur
Erschienen: 04. Mai 2015
Preis: 12,99€ (Taschenbuch); 12,99€ (eBook) 
ISBN: 978-3-426-51635-5 
Zum Buch

  Inhalt  
"Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt. Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert."


Wie der Titel des Buches schon erahnen lässt, herrscht in diesem Thriller eine sehr eisige Stimmung, die sich durch die komplette Geschichte zieht. Es wirkt alles sehr düster, was durch die Umgebung und das Wetter enorm verstärkt und untermalt wird. Die Trauer, die Sarah und Angus fühlen, schwebt in der Luft und erdrückt den Leser förmlich.
Der Leser bekommt die Geschichte hauptsächlich durch Sarahs Monologe erzählt. Ganz selten erhält man einen Einblick in Angus‘ Gedanken. Ich hätte mir gewünscht, dass seine Perspektive öfter gezeigt werden würde, denn das hätte ein anderes Licht auf die Sache geworfen und wäre sehr erfrischend gewesen.
Denn das Problem ist, dass sehr wenige Dialoge stattfinden und wenn, dann sind sie sehr kurz, einfach gehalten und gebrochen. Die Personen reden ständig aneinander vorbei und so bleibt dem Leser nichts Anderes übrig, als sich mit Sarahs Ansichten zurecht zu finden. Das wiederum unterstützt die depressive Stimmung.
Beim Schreibstil kam es mir so vor, als würden zwei Autoren daran arbeiten, weil sich die Textpassagen vom Stil zwischenzeitlich stark voneinander unterscheiden. Vielleicht ist das ein Stilmittel, denn Sarah und Angus sind hin und hergerissen. Könnte damit zusammenhängen, empfand ich jedoch als störend.
Die Geschichte ist sehr verwirrend und der Autor führt den Leser gekonnt in die Irre. Manchmal kam es mir so vor, als wären eventuell Logikfehler vorhanden, aber auch das könnte Absicht gewesen sein und passt irgendwie ins Gesamtkonzept, zur Verwirrung von Sarah.
An manchen Stellen musste ich das Buch weglegen, weil es mir zu gruselig war. Nicht, dass ich mich erschrocken hätte, aber diese Stimmung hat sich so auf mein Gemüt übertragen, dass ich eine Pause brauchte. So etwas habe ich selten bei Thrillern erlebt.
Die Spannung an sich ist eher niedrig gehalten und erhält nur kurz vorm Ende einen leichten Anstieg. Was da vielleicht an Aufregung fehlt, wurde doppelt so viel bei der Atmosphäre eingesetzt.  
Das Ende war unerwartet, das hat mir gut gefallen, aber die Auflösung ist dennoch irgendwie unbefriedigend. Es fehlte die Dramatik und kam viel abrupt. Ich kann auch nicht sagen, ob es realistisch oder unrealistisch ist. Teilweise gibt es paranormale Elemente, aber dann auch wieder nicht. Sehr eigenartig. Aber es hat mich, noch nachdem ich das Buch beendet habe, beschäftigt und das schafft auch nicht jedes Buch.
 
Meine Rezension klingt vielleicht negativ, das liegt aber auch nur daran, dass es schwer ist, das Buch zu beschreiben. Als Leser hat man viele Vermutungen, die nie wirklich bestätigt werden, aber auch nicht unmöglich sind. Es ist alles sehr verwirrend und dementsprechend ist auch die Rezension. Trotzdem kann ich „Eisige Schwestern“ auf jeden Fall empfehlen, denn diese Atmosphäre ist wirklich super und fesselt einen an das Buch. Der Leser will auch wissen, was es mit den Ereignissen auf sich hat und obwohl die Spannung irgendwie nicht ausgeprägt ist, ist man dennoch gebannt.



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