12. September 2016

Jojo Moyes - Ein ganzes halbes Jahr

© Rowohlt

Über das Buch: 
Autorin: Jojo Moyes
Originaltitel: Me before you 
Seiten: 544
Verlag: Rowohlt
Erschienen: 24.09.2015
Preis: 9,99€ (Taschenbuch & eBook)
ISBN: 978-3499266720
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   Inhalt   
"Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird."



 
„Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes ist wohl eins der bekanntesten Bücher. Und es wurde so viel Wirbel darum gemacht, dass ich dann doch irgendwie gespannt war, was mich erwarten würde. Zusammen mit Buchblüten, habe ich mich dann diesem vermeintlich herzergreifenden Buch  gewidmet. Aber ganz ehrlich gesagt, konnte ich mit dieser Geschichte nicht viel anfangen. Und ich habe mit dieser Rezension extra gewartet, damit ich mir wirklich Gedanken darüber machen und die Geschichte auf mich wirken lassen konnte. 
Es beginnt vielversprechend und dramatisch. Aber die weitere Entwicklung war dann leider überhaupt nicht mein Geschmack. Ich fand die Geschichte von Anfang bis Ende ziemlich vorhersehbar. Es gab nur einen Moment, der im Nachhinein doch ziemlich eindeutig ist, der mich umgehauen hat. Ansonsten ist das Buch eher zäh und eintönig. Es passiert nicht viel und wenn, dann alles auf einmal. Manche Passagen hätte ich liebend gern übersprungen, weil ich sie auch einfach nicht relevant für den Verlauf der Geschichte fand. Ich kann dieses Buch auch nicht wirklich einordnen.
http://www.reditalgroup.com/wp-content/uploads/2016/02/Me-Before-You-666x1024.jpgWenn es eine Liebesgeschichte sein sollte, dann ist diese sehr platt. Ich muss gestehen, dass ich die Beziehung zwischen Lou und Will sehr merkwürdig fand. Insgesamt ließen die Emotionen auch auf sich warten. Es war zu langatmig und fade, als dass ich da wirklich tiefe Gefühle entwickeln konnte. Sie bedient sich an einigen typischen Liebesroman-Klischees und versucht diese aber unauffällig einzuarbeiten indem sie Elemente einbaut, die in meinen Augen eher belanglos sind.
Ich habe keine Träne vergießen können. Jedes Mal, wenn es gerade hätte emotional werden können, zerstört die Autorin diesen Moment irgendwie. Sie bricht einfach ab oder fügt etwas hinzu, was die Stimmung zunichtemacht. 
Die Charaktere sind in Ordnung. Lou ist eine klare Sympathieträgerin, währenddessen sich der Leser mit Will erst einmal anfreunden muss. Beide machen – oh Wunder – eine Entwicklung durch und beeinflussen sich gegenseitig.  Manchmal benehmen sich beide jedoch wie Kleinkinder, die sich in einer schwierigen Phase befinden. Die Mutter und Schwester von Will dagegen gingen beide überhaupt nicht. Mit diesen Figuren konnte ich mich nicht identifizieren und war nur genervt von deren Verhaltensweisen.
Am allerschlimmsten an dieser Geschichte finde ich allerdings die Botschaft, die es hat. Das Thema ist wichtig und sollte nicht totgeschwiegen werden. Das leuchtet mir ein und eins bewirkt das Buch auf jeden Fall – man denkt drüber nach. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung – und darüber lässt sich bekanntlich streiten – dass es die falsche Botschaft an die Menschheit ist.  Das wird jeder anders sehen, aber ich für meinen Teil, kann mich nicht damit anfreunden. Ich sehe das schlichtweg anders.


Alles in Allem kann ich den Hype um „Ein ganzes halbes Jahr“ nicht verstehen. Für meinen Geschmack war es zu zäh, trocken und flach. Aus unterschiedlichen Gründen sind die Emotionen nicht bei mir angekommen. Es ist alles so vorhersehbar und bestimmt. Mich erinnert die Geschichte enorm an den Film „Ziemlich Beste Freunde“, da sich die Elemente sehr ähneln. Ich kann euch diesen Film, der Witz, Ernst und Gefühle rüberbringt, tausendmal mehr empfehlen, als dieses Buch. Es war in Ordnung zum Lesen und die Thematik ist auch interessant, aber so, wie Jojo Moyes es umgesetzt hat, finde ich die Aussage einfach nicht richtig.








Die Fortsetzung: 
http://www.rowohlt.de/hardcover/jojo-moyes-ein-ganz-neues-leben.html

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