7. Februar 2017

Ein Interview mit .. Uwe Hauck [Depression abzugeben]

Hallo ihr Lieben ♥
Im Januar habe ich ein ganz besonderes Buch gelesen, das mich noch immer zum Nachdenken bringt. Ich fand es so gut, dass ich in meiner Rezension nicht mal ansatzweise beschreiben konnte, was mir überhaupt so sehr daran gefallen hat. Es gibt so vieles dazu zu sagen und doch nicht die richtigen Worte. Ich denke, das kennen viele von Euch. 
Es handelt sich um das Buch "Depression abzugeben" von Uwe Hauck, das im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist. Meine Rezension dazu könnt Ihr bei Interesse gerne hier lesen, dort findet Ihr auch alle wichtigen Informationen zum Buch.

Weil das Buch seine Aufmerksamkeit verdient und mir nach dem Lesen einige Fragen im Kopf hängen geblieben sind, habe ich heute ein kleines Interview mit Uwe Hauck, dem Autor des Buches, für Euch. 

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Uwe Hauck für das Beantworten meiner Fragen und dem Verlag für den Kontakt bedanken!

1. In Ihrem Buch berichten Sie über Ihre Erfahrungen „aus der Klapse“. Wie hat es sich für Sie beim Schreiben angefühlt, alles Revue passieren zu lassen?
Es war manchmal sehr surreal, nochmal im Geist zu erleben, wie ich die Kliniken erlebt habe. Da ich aber mit einem Zeitversatz von maximal 3 Monaten geschrieben habe, war vieles auch noch sehr präsent.

2. Wenn Ihnen das Schreiben schwergefallen ist, was hat Sie aufgeheitert und motiviert, weiter zu machen?  
Schreiben macht mir generell viel Spass. Wenn ich aber ein Motivationsloch hatte, hab ich passende Musik gehört (Florence and the machine) oder bin Laufen gegangen.

3. Würden Sie sagen, dass das Buch ein wichtiger Schritt für Ihre Heilung ist? Sozusagen eine Art Selbsttherapie?
Ich würde das nicht auf das Buch beschränken. Schon bevor der Literaturagent auf mich zukam mit der Idee eines Buches habe ich Tagebuch geführt. Es hilft ungemein, die eigenen Gedanken und Empfindungen aus dem Kopf aufs Papier zu bringen. Quasi ein zweites Reflektieren über das Erlebte.

4. Haben Sie auch andere Erfahrungsberichte über das Thema Depressionen gelesen?
In der Tat habe ich sehr viel Literatur zu Depressionen gelesen. Wenn mich etwas betrifft, will ich auch alles darüber wissen.

5.  Wenn ja, welche Literatur können Sie Interessierten und Betroffenen empfehlen? 
© Copyright liegt beim jeweiligen Verlag
 
Sonnengrau: Ich habe Depressionen - na und? von Tanja Salkowski (2013)
Depressionen überwinden: Niemals aufgeben von Rose Riecke-Niklewski und Günter Niklewski (2016)
© Kunstmann
6. Gibt es etwas, dass sie sich neben der Akzeptanz von psychischen Krankheiten, von der Arbeitswelt im Umgang mit den Menschen wünschen?
Man sollte mit Depressionen wie mit anderen chronischen Krankheiten umgehen, eingehen auf die Bedürfnisse des Betroffenen, weniger Stress, mehr Offenheit.

7.    Was möchten Sie Ihren Lesern mit auf den Weg geben?
Am allerwichtigsten. Depression ist keine Charakterschwäche sondern eine Krankheit. Und man sollte den Mut haben, sich behandeln zu lassen, dann kann es tatsächlich viel besser werden.  

8. In „Depression abzugeben“ geht es hauptsächlich um Ihre Klinikaufenthalte. Wird es ein weiteres Buch von Ihnen geben über die Zeit danach?  
Zweigeteilte Antwort: Ich arbeite eigeninitiativ bereits an Band zwei, der sich mit der Zeit der Wiedereingliederung und der Rückkehr in den Alltag nach über einem Jahr Kliniken befassen wird. Ob mein Verlag an einem Folgeband Interesse hat weiß ich nicht, hoffe es aber. Auch die Wiedereingliederung in den Alltag ist ein spannendes und wichtiges Thema.
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Vielen herzlichen Dank für das Interview!
Ich hoffe sehr, dass es noch einen Folgeband geben wird. Zum einen, weil ich natürlich weiterhin daran interessiert bin, zu erfahren, wie Uwe Hauck die Zeit nach seinen Klinikaufenthalten erlebt. Zum anderen öffnen seine Texte Augen und machen Hoffnungen. Er spricht vielen Menschen aus der Seele und hilft damit. Er versucht, ein Verständnis für Depressionen zu schaffen, und das ist in meinen Augen sehr wichtig!

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