20. Juni 2017

Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch

9783426654194
©  Droemer Knaur

Über das Buch
Autor: Markus Heitz
Originaltitel: Des Teufels Gebetbuch
Seiten: 672 
Verlag: Droemer Knaur
Erschienen: 01. März 2017
Preis: 16,99€ (Klappenbroschur), 14,99€ (eBook)
ISBN: 978-3-426-65419-4
Zum Buch

*Rezensionsexemplar*

    Inhalt    
"Der ehemalige Spieler Tadeus Boch gelangt in Baden-Baden in den Besitz einer mysteriösen Spielkarte aus einem vergangenen Jahrhundert. Alsbald gerät er in einen Strudel unvorhergesehener und mysteriöser Ereignisse, in dessen Zentrum die uralte Karte zu stehen scheint. Die Rede ist von einem Fluch. Was hat es mit ihr auf sich? Wer erschuf sie? Gibt es noch weitere? Wo könnte man sie finden? Dafür interessieren sich viele, und bald wird Tadeus gejagt, während er versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Plötzlich steigt der Einsatz: Es ist nicht weniger als sein eigenes Leben."

Tadeus Boch versucht ein neues Leben zu beginnen und seine Spielsucht hinter sich zu lassen. Als Konfrontationstherapie arbeitet er in einem Spielkasino. Das ständige Widerstehen des Drangs soll ihn stärker machen. Seine Strategie funktioniert gut, bis zu diesem einen Augenblick, als er plötzlich auf diese eine besondere Karte trifft, die ihn in seinen Bann zieht. Ehe er sich versieht, befindet er sich schon mitten im Schlamassel und merkt bald, dass es bei diesem Spiel um Leben oder Tod geht. Als Leser begleiten wird Tadeus Boch bei der Suche nach Antworten. Was hat es mit dem Kartenspiel auf sich? Welche Mächte sind hier im Spiel? 
Markus Heitz erzählt die Geschichte um des Teufels Gebetbuch, in dem er verschiedene Charaktere und ihre Verbindung zum Kartenspiel erzählt. Dabei springt er ab und zu in die Vergangenheit, um die Entstehung zu beleuchten. Wirken die einzelnen Schicksale zunächst völlig zusammenhangslos, setzt sich das Puzzle langsam aber sicher zusammen. Am Ende passt alles so perfekt zusammen. Markus Heitz beweist an dieser Stelle sein eindrucksvolles Talent zu Schreiben. Plot holes konnte ich nicht ausfindig machen. Die Geschichte war von vorne bis hinten schlüssig. 
Die Charaktere waren teilweise sehr skurril, ihre Taten unvorhersehbar. Nie konnte man wissen, wem man wirklich trauen kann. Genau wie der Protagonist Tadeus, war ich ständig skeptisch und traute dem Ganzen nicht. 
Die Geschichte war insgesamt interessant. Ich wollte gerne wissen, wie es weitergeht. Allerdings war es mir an einigen Passagen zu langatmig. Die 600+ haben sich sehr gezogen. Ich bewundere den Autor für seine Begabung solch ein Konstrukt zu bauen, aber für meinen Geschmack hätte es ein paar Personen weniger geben können. Die Handlung gibt zwar viel her, sodass die vielen Seiten durchaus berechtigt sind. Allerdings bin ich der Meinung, dass man es auch hätte etwas kürzer fassen können. Was mir dazu noch ein bisschen gefehlt hat, war noch ein bisschen mehr Grusel. Der Klappentext schien so düster und mystisch, was der Inhalt dann allerdings nur bedingt ergab. Das war doch sehr schade. Nichtsdestotrotz war es spannend herauszufinden, warum das Kartenspiel so eine Wirkung auf die Menschen hat und ob Tadeus und seine Begleiterin dem Rätsel auf die Spur kommen. Das Ende könnte für sich stehen. Ich bin mir aber sicher, dass Markus Heitz noch weitere Ideen hätte, für Folgebände. 

"Des Teufels Gebetbuch" von Markus Heitz ist durchaus ein solider Fantasyroman, der eine Thematik beinhaltet, die zur Abwechslung mal nicht abgedroschen ist. Die Idee ist neu - zumindest für mich - und hat im Großen und Ganzen Spaß gemacht zu lesen. Manchmal war es leider etwas trocken, sodass ich mich ein wenig durchkämpfen musste. Dieser Schinken ist absolut keine leichte Kost. Man muss sich als Leser schon ein bisschen anstrengen, um den Überblick zu behalten. Wer aber genau das sucht und sich von 600 Seiten nicht abschrecken lässt, kann getrost zu diesem Buch greifen. Eine beeindruckende Leistung von Markus Heitz. 





*Vielen lieben Dank an den Droemer Knaur Verlag 
für die Zusendung des Rezensionsexemplars*


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen