13. September 2017

13 Reasons Why - Warum ich die Serie nicht mag

Tote Mädchen lügen nicht
©cbt
Über das Buch
Autor/in: Jay Asher
Originaltitel: 13 Reasons Why
Seiten: 288
Verlag: cbt
Erschienen: 08. Oktober 2012
Preis: 8,99€ (eBook); 9,99€ (Taschenbuch)
ISBN: 9783570308431
Zum Buch


    Inhalt    
"Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf »Play« – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon."




"13 Reasons Why" oder zu Deutsch "Tote Mädchen lügen nicht" sollte euch spätestens seit März dieses Jahres bekannt sein. Denn am 31. März 2017 veröffentlichte Netflix die Serie, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Jay Asher. Ich habe das Buch vor vielen Jahren das erste Mal gelesen und war begeistert, weil es so schockierend und leider sehr realistisch war.  In dem Buch wird die Thematik Suizid angesprochen. Hannah Baker, die Mitschülerin von Clay Jensen, begeht Selbstmord und hinterlässt ausgewählten Klassenkameraden von ihr ein kleines Päckchen mit sieben Kassetten. Auf diesen sieben Kassetten sind 13 miteinander zusammenhängende Gründe, weshalb sie keinen anderen Ausweg als den Tod mehr gesehen hat. Der Leser begleitet Clay auf dieser Reise und erfährt nach und nach, wer laut Hannah mitverantwortlich ist. 
Das geschieht auf sehr emotionale Weise und auf gerade mal 288 Seiten schafft Jay Asher es, den Leser vollkommen mit zu reißen und seine Gefühlswelt auf den Kopf zu stellen. 

Netflix sah darin die Chance eine tolle Serie auf den Markt zu bringen und verfilmte das Buch. Vorsicht Spoiler - Ich bin nicht begeistert von dem, was sie daraus gemacht haben.. 
Dabei war ich wirklich gespannt und habe ich sogar gefreut, weil ich der Meinung bin, dass das Buch oder die Thematik mehr Aufmerksamkeit erhalten sollte. Das darf nicht totgeschwiegen werden. Die Idee aus den einzelnen Seiten der Kassetten jeweils eine Folge zu machen, ist eigentlich auch super, weil dadurch nichts gekürzt werden muss und alles seinen berechtigten Platz in der Serie findet. 
Leider konnte die Adaption meine Erwartungen letztendlich nicht erfüllen. Und das hat genau genommen vier Gründe

Bildergebnis für 13 reasons why netflix
© Universal Studios/ Netflix 

1.
Die Charaktere werden ganz anders dargestellt, als im Buch. Ich finde niemanden auch nur Ansatzweise sympathisch in der Serie. Klar, hat jeder von Ihnen sein Päckchen zu tragen. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, wie klein es auch sein mag. Aber es sind auch nur Menschen, die Fehler machen. Ich möchte nicht in Schutz nehmen, was sie getan haben. Wir sollten alle mehr Rücksicht auf unsere Mitmenschen nehmen. Aber so unsympathisch hätten sie nicht dargestellt werden soll. Da fehlt jeder Bezug zur Realität in meinen Augen. Natürlich gibt es Charaktere, an denen nichts Gutes zu finden ist. Da hätten die Produzenten jedoch klarere Linien ziehen sollen und nicht direkt alle in einem schlechten Licht darstellen sollen. Hauptsächlich stört mich aber, dass die Personen anders handeln und reagieren, als im Buch. 

2. Clay hat in der Serie Halluzinationen, die nicht im Buch vorkommen. Sie sind in meinen Augen auch einfach nur unnötig. Ich kann mir denken, weshalb sie eingebaut wurden. Man darf nicht vergessen, dass das Buch nur 288 Seiten hat und die Serie irgendwie noch gefüllt werden musste. Die Halluzinationen haben mich jedoch nur genervt. Ich mochte nicht, was Clay sich eingebildet hat und wann diese Szenen eingebaut wurden. 
Generell sind viele Taten vorhanden, die so im Buch überhaupt nicht erwähnt werden. Die Eltern sind zum Beispiel viel mehr im Geschehen drin. Das wiederum hat durchaus seine Berechtigung. Es hilft dabei, alle beteiligten Seiten an Hannahs Tat darzustellen. 

3. Während das Buch herzzerreißend, spannend und emotional war. Fand ich die Serie eher platt. Ich konnte keine Bindung zu den Charakteren aufbauen und war meistens eher genervt von ihnen, weil ich halt die Buchvorlage kenne. Dadurch fehlte mir der Bezug dazu. 

4. Mein größter Kritikpunkt ist allerdings, dass der Fokus bei der Serie viel zu sehr auf der Gegenwart liegt. Im Buch geht es wirklich hauptsächlich um das, was Hannah bewegt hat, ihr Leben zu beenden und wie die ganzen Fäden dabei zusammenspielen. Im Gegensatz dazu ist die Serie sehr darauf bedacht zu zeigen, was mit den Charakteren danach passiert. Was ich grundsätzlich auch super interessant und wichtig finde. Aber das hätte doch bitte in der zweiten Staffel der Hauptinhalt sein sollen und nicht in der ersten. Denn hier kommt die Vergangenheit in meinen Augen einfach zu kurz. Was vielleicht auch dafür gesorgt hat, dass ich es nicht emotional genug fand. Wir lernen Hannah und die anderen Charaktere anders kennen, als im Buch. Das fand ich sehr schade. 


Wie ihr vielleicht herauslesen konntet, bin ich kein Fan der Serien. Entgegen all der positiven Stimmen, konnte mich die Verfilmung nicht überzeugen. Ich kann euch auch genau sagen, woran das in meinem Fall gelegen hat. Ich habe die Serie ständig mit dem Buch verglichen. Allerdings unterscheidet sich beides zu stark voneinander. 
Getrennt betrachtet ist die Serien "Tote Mädchen lügen nicht" bestimmt nicht schlecht, sonst wären die Meinungen nicht so positiv. Ich hätte mir nur einen anderen Aufbau gewünscht. Da das Buch jedoch abgeschlossen ist und die Serie eine zweite Staffel bekommt, werde ich diese dennoch schauen. Dann kann ich sie nämlich losgelöst vom Roman betrachten. 



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