8. September 2017

[Rezension] Julia K. Stein - Liebe kann man nicht googeln

Liebe kann man nicht googeln
© Gmeiner Verlag
Über das Buch
Autorin: Julia K. Stein 
Originaltitel: Liebe kann man nicht googeln
Seiten: 440
Verlag: Gmeiner
Erschienen: 05. Februar 2014
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 2,99€ (eBook)
ISBN: 978-3-8392-1491-6
Zum Buch


     Inhalt    
"LIEBE LIEBER OFFLINE. Lena ist 33 Jahre und ganz frisch Single. Sie schreibt für das Frauenmagazin »Grace« – jedenfalls wenn sie nicht gerade googelt, im Internet shoppt oder Facebook durchkämmt. Um ihren Traummann Björn zu beeindrucken, muss eine neue Lena her: eine ernsthafte Journalistin mit perfektem Styling, die Bergsteigen liebt statt Blaubeer-Muffins. Leider hat diese Frau nichts mit der echten Lena gemein. Björn verliebt sich dennoch in sie, aber wie lange kann das gut gehen? Hat Lena ihre Chance vergoogelt."

In "Liebe kann man nicht googeln" verfolgen wir als Leser das Leben von Lena live mit, denn sie ist Bloggerin, wenn auch bisher nur im geheimen Rahmen, und lässt ihre Leser an wirklich ALLEM in ihrem Leben teilhaben. Jede Kleinigkeit, ob es interessant ist oder nicht. Sie nutzt ihren Blog so zu sagen als ihr Tagebuch.  Dementsprechend ist sie auch ständig online, was ihr noch schnell genug zum Problem werden wird. 
Das Buch ist also wie kleine Blogbeiträge aufgebaut. Sie stellen die Kapitel dar und sorgen dafür, dass man recht schnell durch das Buch kommt. Besonders die kleinen Einträge, die manchmal auch nur drei Zeilen beinhalten, lassen sich flott lesen. Bei den längeren Beiträgen vergisst man jedoch schnell, dass es sich gerade um einen Blogbeitrag handelt, den theoretisch jeder lesen könnte. Die Geschichte wird logischerweise aus Lenas Perspektive geschrieben. Oft war ich schockiert darüber, was sie alles veröffentlicht. Sie überschreitet sehr gerne einige Grenzen, was ich persönlich ziemlich anstrengend und nervig fand. Damit wären wir nämlich dann auch schon beim, für mich größten, Kritikpunkt an dem Buch: Lena. 
Ich konnte keine Bindung zu ihr aufbauen. Ich habe mich in ihr auch absolut nicht wiedergefunden. Da war von meiner Seite aus überhaupt keine Identifizierung. Sie wirkt ehrlich gesagt nicht, wie eine erwachsene, 33-Jährige Frau, sondern wie ein pubertierendes Schulmädchen. Ihre Handlungen waren für mich absolut nicht nachvollziehbar. Ich fand Lena in den meisten Fällen auch ziemlich naiv. 
Auf der anderen Seite muss man natürlich auch dazu sagen, dass die ganze Geschichte überspitzt ist und Lena mit Sicherheit so übertrieben sein soll. Hat mir nur leider nicht sehr gefallen. 
Die Kritik, die Julia K. Stein hier allerdings an der heutigen Gesellschaft aufzeigt, ist die ständige Verfügbarkeit der Menschen. Wir scheinen permanent online zu sein und teilen die privatesten Dinge mit der digitalen Welt. Da hat sie auf jeden Fall den Nerv der Zeit getroffen. Die Umsetzung war nur einfach nicht meins. Es war gewollt witzig und eben überspitzt und verliert somit leider etwas an Glaubwürdigkeit. 
Wäre Lena nicht ganz so kindlich gewesen, wäre der Schreibstil auch ganz angenehm gewesen. So hätte mir die Geschichte bestimmt mehr Spaß gemacht. Wenn man mit der Protagonistin und ihrer Art jedoch nicht klarkommt, dann wird es schwierig, dass ein Buch überzeugen kann. Es ist eine sehr leichte Lektüre, die sich schnell lesen lässt, bietet aber kaum Tiefgang. Das Kern Thema der Geschichte ist eigentlich super, kommt allerdings nicht so gut rüber, da Lena einfach nicht authentisch und glaubwürdig ist. 



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