13. Dezember 2017

[Rezension] Anna Schaffner - The Truth About Julia

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© Allen & Unwin
Über das Buch
Autor/in: Anna Schaffner 
Originaltitel: The truth about Julia
Seiten: 304
Verlag: Allen & Unwin Book Publishers
Erschienen: 03. September 2015
Preis: 6,58€ (Paperback); 4,99€ (eBook)
ISBN: 9781760294403
Zum Buch

   Inhalt   
"How many versions of the truth can there be? In June 2014, Julia White - a beautiful and intelligent young woman - blows up a coffee shop in central London, killing twenty-four people before turning herself in to the police. Apart from publishing a potentially ironic manifesto, she refuses to explain the reasons for her actions. Clare Hardenberg, an investigative journalist, has been commissioned to write a biography of Julia but at the start of the novel she is on her way to prison herself. What has brought her to this point?"
• Ein emotionaler und schockierender Roman, der mit den Abgründen der menschlichen Psyche spielt. • 

Die Journalistin Clare möchte die Wahrheit über Julia erfahren, die ein Café in die Luft gesprengt und somit unschuldige Menschen aus dem Leben gerissen hat. Was veranlasst jemanden dazu, so etwas zu tun. Clare will die erst sein, die die Geschichte aufschlüsselt und erzählt. Daher nimmt sie Kontakt mit allen möglichen Personen aus Julias Leben auf. Schnell merkt sie, dass es nicht nur einen Blick auf die Ereignisse gibt und muss für sich selbst entscheiden, was die Wahrheit ist. 
Als Leser begleiten wir Clare bei ihrer Recherche nach der Wahrheit und den Beweggründen von Julia. Schnell lernen wir Julia aus den verschiedenen Erzählungen ihrer Familie, Freunde und Bekannten kennen. Man merkt sofort, dass immer zwei Seiten der Medaille gibt. Nicht alles sollte direkt geglaubt, sondern auch hinterfragt werden. Diese Aussage zieht sich durch das gesamte Buch und ist so nah an der Realität, dass es manchmal wirklich erschreckend war. In einem Moment habe ich geglaubt, Julia zu kennen und im nächsten Augenblick hat sich mein komplettes Bild über sie gewandelt. Ich habe richtig mitgerätselt und meine eigenen Schlüsse gezogen. Insgesamt mochte ich Julia kein bisschen. Sie war mir sehr unsympathisch. Allerdings lernen wir sie hauptsächlich über Erzählungen anderer kennen. Da muss man wirklich vorsichtig sein. Aber da der Großteil des Buches so aufgebaut ist, wurde ich zunehmend wütend auf Julia. 
Ich konnte mich dagegen enorm gut in Clare hineinversetzen, die das Puzzle einfach nicht zusammensetzen konnte. Mir waren es allerdings zu viele Einblicke in ihr Privatleben. Klar, das hängt alles irgendwie miteinander zusammen und hatte seine Berechtigung. Mich hat es jedoch ein bisschen gestört. Ich wollte Clare gar nicht näher persönlich kennenlernen. Ich wollte mit ihr nur das Rätsel lösen. 
Der Leser durchlebt in dieser Geschichte alle möglichen Emotionen. Die Gefühle werden so gut transportiert, dass ich mich teilweise wirklich reingesteigert habe und fühlen konnte, was die Charaktere gerade durchmachen. 
Die Handlung ist relativ ruhig, spielt aber mit dem Leser. Was glaubst du? Wieso, weshalb, warum? Die ganze Zeit habe ich mich mit diesen Fragen beschäftigt. Das Ende ist für viele vielleicht nicht befriedigend. Mir hat es allerdings gefallen, weil es aufzeigt, dass es nie nur eine Wahrheit im Leben gibt. Egal in welcher Hinsicht. Und anstatt einfach alles blauäugig zu glauben, sollten wir viel mehr hinterfragen. Außerdem wird deutlich, was unsere Psyche beeinflussen kann und uns zu Handlungen treibt, bei denen wir nie für möglich gehalten hätten, sie jemals zu tun. Da prallen die Lebenswege von Julia und Clare wie zwei Züge zusammen und man stellt erneut alles in Frage.
Alles in allem bin ich sehr begeistert von "The Truth About Julia". Der Roman ist sehr ruhig, dadurch aber nicht weniger beunruhigend oder schockierend. Die Geschichte sorgt dafür, dass man sich als Leser ständig Gedanken über alles macht.  Über die Handlung und auch das eigene Leben. Was ist richtig, was ist falsch? Trotz der Kürze des Buches, lässt es sich nicht in einem Rutsch durchlesen. Man muss manche Szenen oder Aussagen erstmal wirken lassen. Als ich es beendet habe, hat es mich noch Tage später begleitet. 



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