22. Dezember 2017

[Rezension] Julie Heiland - Pearl Liebe macht sterblich

Pearl – Liebe macht sterblich
© FJB
Über das Buch
Autorin: Julie Heiland
Originaltitel: Pearl – Liebe macht sterblich
Seiten: 352
Verlag: Fischer FJB
Erschienen: 24. Mai 2017
Preis: 16,99€ (Hardcover); 14,99€ (eBook)
ISBN: 978 3 8414 4017 4
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     Inhalt     
Die ungestillte Sehnsucht nach Liebe macht sie unsterblich. Aber alles, was sie will, ist endlich zu lieben. Pearl ist eine Suchende. Ihre Sehnsucht nach Liebe ist so groß, dass sie selbst im Tod keine Ruhe gefunden hat und zur Unsterblichkeit verdammt ist. Sie hat nur eine Möglichkeit, erlöst zu werden: sie muss die wahre, aufrichtige Liebe erfahren. Aber der, den sie endlich lieben kann, stellt sich als ihr größter Feind heraus. Wird er ihre Gefühle erwidern und sie befreien oder wird er ihr Schicksal auf ewig besiegeln?


• Melancholische Stimmung, tolle Idee, leider zu viel Kitsch •



Wie der Klappentext von „Pearl“ schon vermuten lässt, ist die Liebe das große Thema in dieser Geschichte. Die Gefahr dabei ist immer, dass die Handlung vor Kitsch nur so trieft. Und jedes Mal, wenn ich es wieder mit einem Liebesroman probiere, hoffe ich, dass es so realistisch wie möglich dargestellt wird. 
Nun gut, von Realität können wir in diesem Fall kaum sprechen, wenn es um Unsterblichkeit geht. Dennoch kann man erwarten, dass es authentisch dargestellt wird. Das ist der Autorin teilweise gelungen. Pearl ist auf der Suche nach der einzig wahren Liebe und damit steht sie sich schon selbst im Weg. Die Liebe kann man nicht suchen, sie findet einen – oder wie war dieser bekannte Spruch? Dadurch wird Pearl immer verzweifelter. Wenn Sie jemanden küsst für den sie nicht die wahre Liebe empfindet, so wird der Person die Fähigkeit zu lieben auf ewig geraubt. Das macht das Suchen natürlich noch schwieriger.
Doch dann lernt Pearl plötzlich Noah kennen. Wie könnte es auch anders sein, ausgerechnet ihn DARF sie nicht lieben. Da merkt man direkt das erzwungene Drama, was irgendwie in die Geschichte eingebaut werden musste. Die Begegnung der beiden ist so unerträglich. Ich konnte Noah einfach nicht leiden. In jeder Szene, in der er vorkommt, zerstört er die Stimmung, die die Autorin bis dahin aufgebaut hat. Die Stimmung ist bedrückend und überträgt sich auf den Leser. So konnte ich richtig mit fühlen und war emotional total eingebunden. Klar wünscht man sich ein Happy End für Pearl, sowie eine fröhlichere Stimmung. Aber das was Noah einbringt, passt einfach nicht. Das war jedes Mal wie ein Bruch in der Geschichte. Außerdem wird der poetische Schreibstil unterbrochen.
Pearl stammt aus einer anderen Zeit und hat dementsprechend eine ganz andere Ausdrucksweise. Sie hat sich zwar an die Gegenwart angepasst, aber die Formulierungen sind sehr elegant gewählt. Das verweilt der Geschichte das gewisse Etwas. Allerdings ist das alles wie weggeblasen, wenn Noah auftaucht.
Der Leser erfährt die Handlung nicht nur aus Pearls Sicht, sondern auch aus der Sicht der sogenannten Jäger. Die Idee finde ich eigentlich super, weil die Autorin somit viel mehr Möglichkeiten hat, die Ereignisse außerhalb von Pearls Gedankenwelt widerzuspiegeln. Leider war nicht immer deutlich erkennbar, welche Sichtweise ich nun lese. Die inneren Monologe der Charaktere haben sich nicht stark genug voneinander abgehoben.
Insgesamt waren die Übergänge auch etwas holprig. Ich musste manche Stellen mehrmals lesen und habe dennoch nicht ganz die Zusammenhänge verstanden. Da fehlten teilweise einfach noch Zwischensequenzen.
Ein riesiger Pluspunkt ist definitiv der Schauplatz, in dem die Geschichte spielt. Wir befinden uns nämlich im wunderschönen Venedig. Nicht, dass ich das beurteilen könnte, da ich leider noch nie da war. Aber die Beschreibungen im Buch machen richtig Lust auf eine Reise dorthin.
Ebenfalls gut gefallen hat mir die Action am Ende. Da kam die Story nochmal richtig in Fahrt und ich war wirklich nochmal ans Buch gefesselt. Ohne diese Szenen wäre der Schluss ein wenig fad gewesen.

Es ist im Grunde eine klassische Liebesgeschichte, wie man sie bereits kennt. Zwei Menschen verlieben sich, dürfen aber nicht zusammen sein. Dieses erzwungene Drama bleibt wohl nicht aus in Liebesgeschichten. Diese Geschichte hebt sich allerdings insofern von anderen ab, dass sie einen ganz anderen Hintergrund hat. Pearl braucht die Liebe, um sterblich werden zu können. Die Intension, die dahinter steckt, ist also anders. Es ist enorm kitschig in den Szenen mit Noah, die natürlich im Verlauf zunehmen. Noah ist auch einfach ein unfassbar unsympathischer Charakter, der es mir wirklich schwer gemacht hat. Ich bin eindeutig Team Damien. Aber bevor ihr denkt, es gäbe ein Love-Triangle: nein, das gibt es nicht.
Das Setting ist toll und die Idee ist außergewöhnlich. Dennoch ist das Buch eher durchschnittlich. Man verpasst nichts, wenn man es nicht liest. Ich hätte mir wirklich einen anderen Fokus, als Noah, gewünscht. Da hätte es noch viele Punkte gegeben, die man genauer hätte ausführen können. Die Handlung ist auf das Nötigste reduziert worden.


  

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