6. Dezember 2017

[Rezension] Valentina Fast - Royal Ein Königreich aus Glas

© Carlsen

Über das Buch
Autor/in:  Valentina Fast
Originaltitel: Royal Ein Königreich aus Glas (Sammelband der Teile Ein Leben aus Glas und Ein Königreich aus Seide)
Seiten: 448
Verlag: Carlsen 
Erschienen: 03. März 2017 
Preis Gesamtausgabe: 9,99€ (Taschenbuch); 1,99€ (eBook)
ISBN: 9783551317377
Zum Buch


    Inhalt      
"Im Königreich Viterra, einem durch eine Glaskuppel vom Rest der Welt abgeschirmten Land, findet alle paar Jahrzehnte eine prunkvolle Fernsehshow zur Prinzessinnenwahl statt. Zusammen mit den schönsten Mädchen der Nation soll die siebzehnjährige Tatyana um die Gunst von vier jungen Männern werben, von denen nur einer der wahre Prinz ist. Sie alle haben royale Eigenschaften und eine geheimnisvolle Vergangenheit, aber wer ist wirklich königlich? Und wie weit wird Tatyana in der Auswahl kommen?"

Bei "Royal - Ein Königreich aus Glas" handelt es sich um einen Doppelband aus den Teilen I und II. Wäre das Buch nicht in einer Buchbox gewesen, hätte ich es mir wohl nicht gekauft, weil es nicht mein Genre ist. Ich lasse mich allerdings gerne auch eines besseren belehren. So war ich also dann doch etwas neugierig, ob es mich vielleicht dennoch überzeugen kann. Ich kann euch jetzt schon sagen, diese Reihe werde ich nicht weiterlesen! 
© Carlsen
Eine Prinzessinnenauswahl? Klingt jetzt nicht unbedingt nach der wahren Liebe. Erinnert eher sehr stark an den Bachelor oder die Bachelorette. Von beidem bin ich kein Fan. Eine derartige Vorführung von Frauen, die scheinbar kein Selbstwertgefühl haben und diese "Bestätigung" benötigen. Da war ich leider schon sehr voreingenommen. Aber vielleicht ist Tatyana eine ganz besondere Protagonistin und lehnt sich gegen das System auf à la Tribute von Panem. Fehlanzeige. Sie betont ständig, dass diese Auswahl so blöd ist und kann das alles nicht verstehen. Da frage ich mich, wieso sie dann mit macht? Der Grund dafür ist richtig dämlich und für mich auch eigentlich kein wirklicher Grund, sondern zeigt nur, dass Tatyana ein überaus schwacher Charakter ist und nicht hinter ihrer Meinung stehen kann. Es spielt eine gewisse Doppelmoral mit rein. Tatyana möchte auch vergleichsweise tiefgründig wirken. Sie ist ja soooo anders, als alle anderen jungen Frauen, die um das Herz der Männer kämpfen. Nein, im Endeffekt ist sie keinen Deut besser. 

Die Charaktere sind auch alle so sprunghaft. Man kennt sich zwei Minuten und ist direkt befreundet, als würde man sich schon Jahre lang kennen. Sehr unrealistisch. Ich fand auch durch die Bank weg alle Personen nervtötend. Da war keine einzige Figur dabei, mit der ich mich auch nur ansatzweise hätte identifizieren können. Was auch hauptsächlich daran lag, dass die Charaktere scheinbar jeweils zwei Persönlichkeiten hatten. Bestes Beispiel einer der Männer. Was ist mit diesem Menschen los? Auf der einen Seite ist er so liebevoll und verständnisvoll. Auf der anderen Seite benimmt er sich, wie das größte Arschloch. Denn eine Geschichte kann ohne Idioten ja nicht auskommen. Völliger Quatsch, wenn ihr mich fragt. 
© Carlsen
Generell wirkt nichts an dieser Geschichte realistisch oder authentisch. Ich schildere euch mal eine Situation, die die komplette Handlung und die Personen gut beschreibt: Es gibt vier Männer, die die große Liebe suchen. Dann treffen vier der Mädels aufeinander und OH WUNDER, jede steht auf einen anderen Typen, damit es auch ja funktioniert, dass sie Freundinnen werden. Ja genau so läuft das in der Welt. Das war mir alles zu konstruiert und erzwungen.

Abgesehen davon finde ich das ganze Bild, das an junge Frauen und Mädchen übermittelt wird furchtbar. Es ist scheinbar in Ordnung, seine Würde zu verlieren und sich zum Affen zu machen, um die wahre Liebe zu finden. Ganz schrecklich fand ich einen Satz, wo es darum ging, dass eine gewisse Person mit 17 noch keinen Sex hatte. Da waren die anderen Mädchen plötzlich ganz schockiert und konnten nicht verstehen, was da los ist. Also ich bitte euch, was ist das denn für eine Aussage? Geht gar nicht! 
Ich habe mich viel zu oft gefragt, wo die Charaktere ihre Gehirne gelassen haben. Die Handlungen sind absurd und teilweise lächerlich. Diese ganze Situation wird auch total romantisch dargestellt. Doch das ist sie überhaupt nicht. Was ist daran romantisch, wenn man mit einem Haufen anderer Frauen, um das Herz eines Mannes kämpfen muss? Oder in diesem Fall sogar um vier Männer. Es werden auch einfach Probleme geschaffen, wo überhaupt keine sind. Da wollte die Autorin einfach zu zwanghaft Drama einbauen. 
Schwierig finde ich auch die Beziehung zwischen einem der Männer und Tatyana. Er verfolgt sie quasi. Taucht immer zu jedem Zeitpunkt da auf, wo sie gerade ist. Verführt sie und lässt sie dann wiederum links liegen. Und sie macht IMMER mit, anstatt sich den Rest ihrer Würde zu bewahren und einen Schlussstrich zu ziehen. Unmöglich, wie sich Tatyana da benimmt. Von dem Kerl wollen wir gar nicht erst anfangen, der geht gar nicht. Das Traurige dabei ist, dass diese Szenen jedes Mal gleich sind. Sie treffen sich zufällig, er küsst sie, sie lässt sich darauf ein, er verschwindet plötzlich. Und das immer und immer wieder, wie in einer Dauerschleife. Keine Abwechslung, nichts. 

Das einzig Positive an diesem Buch ist, dass es scheinbar in Richtung Dystopie gehen soll. Die Gesellschaft lebt unter einer Glaskuppel, weil alle denken, dass das Leben drum herum bei einem Krieg ausgelöscht wurde. Das bietet doch so viel Potenzial, die Geschichte zu etwas Besonderem zu machen. Vielleicht kommt das in den Folgebänden auch noch, aber dieses super ätzende Liebesdrama und das Aufführen der Frauen kann ich nicht noch weitere Teile aushalten. Daher ziehe ich an dieser Stelle einen Schlussstrich mit der Reihe Royal. 
Ich weiß wirklich nicht, was die Autorin mit dieser Reihe bezwecken wollte. Die Geschichte ist alles andere als romantisch. Ich finde die Aussage an die Leserschaft sogar sehr fragwürdig. Das Verhalten der Frauen sehe ich sehr kritisch. Insbesondere das von Tatyana. Es geht im Endeffekt nur um Oberflächlichkeiten. Und obwohl Tatyana anders sein möchte, ist sie einfach genauso hohl, wie alle anderen, die da mitmachen. 
Es tut mir wirklich leid, dass ich kein gutes Haar an diesem Buch lassen kann, aber da stimmt hinten bis vorne nichts. Selbst, wenn das Buch keine tiefgründige Aussage haben soll, es unterhält auch einfach nicht. Es passieren ja immer die gleichen Szenen. Da fehlt komplett die Abwechslung. Würde man die gedoppelten Szenen herausschneiden, dann wäre das Buch vermutlich schon nach der Hälfte beendet. 
Von mir gibt es daher leider absolut keine Leseempfehlung!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.